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Interconti steht vor Umbau: Zuerst die bröckelnde Fassade

Dreistellige Millionensumme für Komplettsanierung der Nobelherberge - Hotel Entkernung nur Stahl und Beton bleiben stehen           von Karl-Heinz Stier

10.08.18 || FRANLFURT (10. August 2018) - Frankfurts zweitgrößtes Hotel, das Interconti, mit fast 470 Zimmern stand vor einer großen Entscheidung: Die städtische Bauaufsicht stellt die Eigentümer vor die Alternative: entweder grundlegende Sanierung oder Schließung des traditionsreichen Hauses an der Wilhelm-Leuschner-Straße. Grund für die Zukunft der 1963 errichteten Nobelherberge ist, dass sich aus der Fassade in der Vergangenheit einzelne Teile gelöst haben und heruntergefallen sind. Nun hat der derzeitige Eigentümer „Aroundtown" inzwischen die Sweco GmbH, ein schwedisches Beratungs- Planungs- und Architektenbüro zunächst mit Sicherungsmaßnahmen beauftragt. Sie werden einen Zeitraum von zwei Jahren in Anspruch nehmen und eine Million Euro kosten. Der alte Naturstein wird abgebaut und ersatzweise durch andere Materialien ersetzt. „Die Bröckelei findet dann ein Ende", so Sweco.

Außenfassade des Interconti-Hotels. Foto: Interconti

Danach kann die komplette Sanierung beginnen, die eine dreistellige Millionensumme verschlingen wird, wie der Geschäftsführer Heinz Mornhinweg in einem Pressegespräch mitteilte. Ein Bauantrag ist bei der Stadt noch nicht gestellt worden, bei den Sicherungsmaßnahmen hat man sich mit der städtischen Bauaufsicht beraten. Für die eigentlichen Baumaßnahmen, für die noch kein Bauauftrag seitens der Eigentümer mit Sweco vertraglich vereinbart ist, müssten nach den Vorstellungen von Mornhinweg umfangreiche Umstrukturierungen ins Auge gefasst werden.

So sollen die Zimmer vergrößert, der Konferenzbereich erweitert werden, der dann einen Austritt ins Freie und Sicht auf den Main ermöglichen soll. „Wir wollen das 21 Stockwerke hohe Hotel bis auf Stahl und Beton entkernen", sagte Sweco-Geschäftsführerin Ina Brandes. Auch eine neue Innenarchitektur sei vonnöten. Diese baulichen Veränderungen sind aber nach Überlegungen von Sweco ohne Einstellung des Hotelbetriebes nicht möglich. 15 Monate müsste der Betrieb dann aufgegeben werden. Bauliche Eingriffe in den laufenden Betrieb würden dann zu großen Verwicklungen geführt. Insgesamt wird der Totalumbau auf drei bis vier Jahre geschätzt.

Sweco gibt es in seiner jetzigen Form seit 1997 und ist nach eigenen Angaben mit seinen Architektur-, Planungs- und Ingenieur-Dienstleitungen das größte seiner Art in Europa. Der Konzern beschäftigt 15.000 Mitarbeiter, davon 6.000 in Schweden und 1.200 in 30 Dependancen in Deutschland. 200 Mitarbeiter sind allein im Architekturbereich tätig. Im letzten Jahr hat sich der Personalbestand nach Angaben von Ina Brandes um zehn Prozent erhöht.