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Wissmann: „IAA ist „ein Innovationsfeuerwerk“

Ausstellungsslogan „Zukunft erleben" - 363 Neuheiten - neuer IAA-Rekord - Sachliche Diskussion zum Diesel angemahnt           von Karl-Heinz Stier

11.09.17 || altFRANKFURT (11. September 2017) - Die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) steht vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel im Automobilbereich sowohl bei der Produktion als auch bei den Produkten. Diese Feststellung traf Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) bei der Eröffnungspressekonferenz der 67. Automesse, die am Donnerstag - 14. September - offiziell für alle Besucher zugänglich sein wird und bis 24.September dauert. Rund 1.000 Aussteller aus 39 Ländern zeigen neue technische Entwicklungen und Modelle. Dem Argument, dass diesmal zehn Prozent weniger Betriebe und Unternehmen in der Mainmetropole ausstellen, begegnete der VDA-Präsident mit dem Hinweis, dass einige Konzerne nicht mehr mit ihrer gesamten Marken-Palette gekommen sind, sondern nur mit Neuigkeiten. „Alle Aussteller 2017, so Wissmann, machen aber 90 Prozent des Weltmarktes aus".

altAuf der Pressekonferenz stand Rede und Antwort: v.l.n.r.: VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig, Präsident Wissmann und Pressesprecher Eckehart Rotter. Foto: Karl-Heinz Stier

Nach seiner Auffassung ist die IAA „ein Innovationsfeuerwerk" wie sonst bei keiner anderen Messe. 363 Innovationen würden vorgestellt, 52 mehr als vor zwei Jahren - ein Rekord. Darunter fallen: 228 Weltpremieren (2015 - 219), 64 Europapremieren (mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2015), 32 Deutschlandpremieren (etwa gleichviel wie vor zwei Jahren) und 39 Forschungsstudien( 2015: 32). Bei der Anzahl der Aussteller ist diesmal China mit 53 die Nummer eins in Frankfurt.

Elektromobilität ist im Moment die große Hoffnung


Neben der Digitalisierung gibt es auf der Messe einen zweiten wichtigen Trend: den „Hochlauf alternativer Antriebe, also die Option auf klimaneutrale Kraftstoffe. Wir investieren dafür bis zum Jahr 2020 40 Milliarden Euro, die Zahl der Modelle wird sich von heute 30 auf über 100 mehr als verdreifachen. Das Auto der Zukunft fährt automatisiert, vernetzt und emissionsfrei".

Wissmann warnte allerdings davor, im Moment in die Elektromobilität allzu große Hoffnungen zu setzen. „Solange es noch keine neue Zellgeneration bei den Batterien gibt, gibt es noch keine endgültige Lösung", so der Präsident.

Zu den Verbrennungsmotoren: hier sei die Software-Update eine kleine Operation, viel schwieriger werde aber die Nachrüstung der Hardware, bei der grundlegende Veränderungen notwendig seien, wie z.B. längere Genehmigungsverfahren. „Zusammengefasst gehe ich persönlich davon aus, dass wir bis 2019 12 bis 14 Prozent Emissionen reduzieren können".

Die Dieselaffäre „eine aufgeheizte Debatte"?


Die aktuelle Diskussion um den Diesel nannte Matthias Wissmann „eine aufgeheizte Debatte" und kritisierte die Verunsicherung der Autofahrer. Man müsse wieder zurück zu einer sachlichen Diskussion. „Wenn die Stickstoffoxyde in Europa gelöst werden, wird der Diesel nach wie vor eine erhebliche Rolle im Markt spielen. Ein Abgesang auf den Diesel ist strategisch eine falsche Antwort". Gerade im Fernverkehr werde es noch längere Zeiten bedürfen, um zu überlegenen Lösungen zu kommen. Dennoch: „Keiner sollte daraus den falschen Schluss ziehen, wir würden den guten alten Zeiten nachhängen und würden nicht die Zukunft im Blick haben. Ganz im Gegenteil! Aus Fehlern lernen heißt für uns: Zukunftsthemen vorantreiben".

Eines dieser Zukunftsthemen sind für Präsident Wissmann unter dem Ausstellungsslogan „Zukunft erleben" automatisierte und digitalisierte Fahrprogramme, Auf der Freifläche „Agora" zeigen Hersteller und Zulieferer das führerlose Fahren. „Ob das zukunftsträchtig sein wird, hängt davon ab, wie weit z.B. die Produzenten selbstfahrender Autos die Besucher von ihrer neuen Technologie als Teil- oder Vollautomatisierung überzeugen können".