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Heimtextil 2009 spiegelt bessere Marktperspektive als erwartet

Verunsicherte Branche gibt sich positive Impulse und OrientierungNeue Einrichtungstrends, nachhaltiges Produktmanagement und Potenziale in der Objektausstattung stimmen zuversichtlich

21.01.09 || FRANKFURT (17. Januar 2009) - Die Heimtextil hat die Branche der Wohn- und Objekttextilien mit neuen Impulsen motiviert. Die zu Jahresbeginn unter dem Eindruck der weltweiten Konjunktur-Verlangsamung und Krisenstimmung angereisten Aussteller sehen sich in ihren Erwartungen übertroffen.

Die Besucher loben die Qualität der Produktneuheiten und Vermarktungsanreize der Aussteller für die kommende Saison.„Die Heimtextil hat es geschafft, den Ausstellern und den Besuchern mit neuen Design-Impulsen, innovativen unternehmerischen Ansätzen aus dem Nachhaltigkeitsprinzip und modernen Absatzmöglichkeiten eine Orientierung aus der Verunsicherung heraus zu geben," sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, zu Messeschluss. „Die Erwartungen an die Frequenz und die Qualität der Besucherkontakte bei den Ausstellern wurden übertroffen."

Die gute Messestimmung hat viele Aussteller der Heimtextil zuversichtlich gestimmt. Für die inländische Heimtextilien-Industrie zog Verbandsgeschäftsführer Hans Joachim Schilgen das Fazit: „Unsere krisenerprobte Branche wird auch aus diesem Tief neuen Schwung holen. Die Zufriedenheit unserer Verbandsmitglieder mit den Kontakten und Orders hat uns das Vertrauen in den Markt wieder gegeben und Wege zurück in die Normalität des Geschäftslebens gewiesen."

Die positiven Bewertungen des Messeverlaufs können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Marktteilnehmer schrumpft. Im Inland schlossen weitere Textilproduktionsstätten. Ihre Zahl sank um fünf Prozent auf 195 Betriebe mit 20.100 Beschäftigten (-700). Auch im Ausland ringt die Textilindustrie um ihren bisherigen Bestand: In Frankreich etwa wurde zu Jahresbeginn der Rahmen der Staatsbeihilfen für konjunkturbedingte Kurzarbeit insbesondere in der Textilindustrie ausgeweitet.

Textil-Exportweltmeister China erlebt eine Insolvenzwelle und verlagert seine Aktivitäten auf die Befriedigung des Binnenmarkts bei gleichzeitiger Stützung durch steuerliche Hilfsprogramme. Europa, so die Feststellung des neu amtierenden EURATEX-Präsidenten Dr. Peter Pfneisl, habe zwar mit seinen Potenzialen durch hochwertiges Design, modernste Technologie und Qualitätsorientierung alle Kraft, sich auch in Krisenzeiten zu behaupten. Allerdings zeige auch die Auftragskurve der kreativen und exportstarken europäischen Textilindustrie seit dem zweiten Quartal 2008 nach unten und belaufe sich für das Gesamtjahr auf ein Minus von mindestens sieben Prozent.

Entsprechend haben sich die Konjunkturerwartungen der Aussteller und Besucher aus Industrie und Handel eingetrübt - insbesondere im Ausland: Der Anteil derjenigen, die eine Verschlechterung der Konjunktur erwarten, verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf fast die Hälfte der befragten ausländischen Aussteller und Besucher. Im Inland sieht dies nur etwa ein Viertel der Befragten so düster.

Aus dieser Branchenstimmung heraus verzeichnet die Heimtextil mit mehr als 74.000 Besuchen aus 121 Ländern weniger als im Vorjahr, so die Hochrechnung am Messeschlusstag. Aus dem Inland kamen deutlich mehr Besucher als angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage zu erwarten waren. Deutschland bleibt, wie auch auf Ausstellerseite mit 440 Firmen, mit rund 27.000 Besuchen stärkste Nation.Der Internationalitätsgrad sank um einen Prozentpunkt auf 63 Prozent. Die Reduktion der ausländischen Besuchszahlen erklärt sich aus der schlechteren Branchenerwartung und Wirtschaftslage: Die von fern angereisten Besucher kamen in weit kleineren Delegationen und für einen im Schnitt von 2,4 auf 2,0 Tage verkürzten Aufenthalt.

Die seit der Finanzmarktkrise besonders betroffenen Nationen wie etwa die USA und China sowie weitere, an den US-Dollar-Kurs gebundene Volkswirtschaften wie Indien oder Südkorea zeigten hier signifikante Rückgänge. Aus den europäischen Staaten wie etwa Italien, Portugal, Spanien oder Schweden, die auch im Europa-Vergleich die deutlichsten Rückgänge ihrer Exporte in 2008 zu verzeichnen hatten, kamen ebenfalls weniger Besucher.

Die Top Ten-Besuchernationen nach Deutschland sind: Italien, Großbritannien, Niederlande, Spanien, Frankreich, Belgien, Türkei, Polen, Griechenland und die USA. Auf relativ kleinem Niveau konnten einige afrikanische Länder wachsen wie Ägypten und Algerien.

Messe Frankfurt-Geschäftsführer Braun sieht seine Vormesse-Prognose bestätigt: „Das Jahr wird in dieser wirtschaftlichen Lage kein Rekordjahr für Messen. Aber wir freuen uns mit den Ausstellern, die in den vergangenen Tagen Erfolg hatten. Denn das beweist: Es kommt einzig darauf an, was wir daraus machen. Und da zeigt sich heute ein klares Branchen-Bekenntnis zur Heimtextil, der weltweiten Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien." (mfhtex)