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Trotz Schuldenkrise setzt sich der Aufwärtstrend des Konsumklimas fort

Verbraucherstimmung bietet auch weiterhin kein einheitliches Bild - Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für November

28.11.11 || altNÜRNBERG (28. November 2011) - Die Verbraucherstimmung bietet auch im November dieses Jahres kein einheitliches Bild. Die An-schaffungsneigung legt deutlich zu, während die Konjunktur- und Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen müssen. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 5,4 Punkten im November für Dezember einen Wert von 5,6 Punkten.

Obwohl sich die Schuldenkrise weiter verschärft, kann die Anschaffungsneigung spürbar zulegen. Eine sinkende Sparneigung sowie steigende Beschäftigung und Einkommen geben dem Konsumklima Rückenwind. Die Verbraucher sind jedoch durchaus durch die internationale Krise sowie die bislang fehlenden nachhaltigen Lösungsansätze verunsichert. Dies zeigt sich in einer weiter sinkenden Konjunkturerwartung. In deren Sog müssen auch die Einkommenserwartungen moderate Verluste hinnehmen, allerdings bleibt das Niveau des Indikators noch immer sehr hoch.

Konjunkturerwartung: Talfahrt verlangsamt


Die Konjunkturerwartung der Deutschen sinkt auch im November dieses Jahres weiter. Allerdings hat die Intensität spürbar nachgelassen. Nachdem im Vormonat noch ein Rückgang von 11 Punkten zu verzeichnen war, beträgt das Minus aktuell nur noch 1 Punkt. Damit weist der Indiaktor nun -7,2 Punkte auf.

Die stetige Zunahme der Konjunkturängste in den letzten Monaten ist in erster Linie auf Entwicklungen zurückzuführen, die derzeit auf internationaler Ebene stattfinden. Die Verschärfung der Staatsschuldenkrise besonders im Euro-Raum wird nun mehr und mehr auch auf die deutsche Wirtschaft übergreifen. Um den Staatsbankrott zu vermeiden, sind eine Reihe von Ländern gezwungen, ihre öffentlichen Haushalte in erheblichem Umfang zu konsolidieren - auch als Bedingung dafür, weitere finanzielle Hilfen zu erhalten. Diese Konsolidierungsmaßnahmen sind allerdings mit erheblichen Sparans-trengungen in den Ländern verbunden, die unter anderem auch die Exportmöglichkeiten der deutschen Wirtschaft beeinträchtigen werden.

Ungünstigere Exportaussichten sind auch ein wesentlicher Grund für die deutlich schwächeren Wachstumsaussichten 2012 im kürzlich veröffentlichten Gutachten des Sachverständigenrates. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr nur noch um knapp 1 Prozent zulegen, nachdem für dieses Jahr noch fast 3 Prozent vorhergesagt werden. Im Gegensatz dazu sehen sich die deutschen Unternehmen gegenwärtig noch in einer ausgesprochen positiven Situation. Vor dem Hintergrund der internationalen Verwerfungen hält sich die Wirtschaft weiterhin vergleichsweise gut. Die aktuelle Unternehmenslage ist nach wie vor positiv. So haben einige weniger pessimistische Aussagen zu einem leichten Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex geführt.

Einkommenserwartung: Rückgang auf hohem Niveau


Im Sog schwächer werdender Konjunkturaussichten muss im November auch die Einkommenserwartung Einbußen hinnehmen. Nachdem im Vormonat noch ein leichtes Plus zu verzeichnen war, verliert der Indikator aktuell 5,4 Punkte. Mit 31,1 Zählern ist sein Niveau jedoch nach wie vor deutlich überdurchschnittlich. Der langfristige Mittelwert des Indikators liegt bei
0 Punkten.

Der überaus gute Wert der Einkommenserwartung ist in erster Linie auf die stetige Besserung der Arbeitsmarktlage zurückzuführen, die sich nach den Prognosen der Experten auch in den kommenden Monaten noch fortsetzen soll. Dies weckt Hoffnungen, dass die Einkommen der Beschäftigten auch im kommenden Jahr zunehmen werden. Unter der Annahme, dass die Inflation im kommenden Jahr unter das derzeitige Niveau von 2,5 Prozent fallen wird, würde sich dies positiv auf die Kaufkraft der Einkommen auswirken.

Anschaffungsneigung: Kauflust steigt spürbar


Trotz etwas nachlassender Einkommenserwartungen kann die Anschaf-fungsneigung im November deutlich zulegen. Das Plus im Vergleich zum Vormonat beträgt 9,1 Punkte. Aktuell weist der Indikator 40,3 Punkte auf. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Januar dieses Jahres gemessen (41,8 Punkte).

Eine zunehmende Konsumneigung in Zeiten steigender Verunsicherung, die in erster Linie durch die Schuldenkrise verursacht ist, mag im ersten Moment überraschen. Vor dem Hintergrund der exzellenten inländischen Rahmenbedingungen, wie sinkende Arbeitslosigkeit und steigende Einkommen, ist dies auf den zweiten Blick jedoch sehr wohl nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass durch die Finanzkrise das Vertrauen der Deutschen in die Finanzmärkte erschüttert ist. Die Bereitschaft, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist derzeit nicht sehr ausgeprägt, zumal auch die Verzinsung der Anlagen sehr gering ist. Dies belegt auch die Entwicklung des Pendants zur Konsumneigung - die Sparneigung. Sie ist weist momentan einen rückläufigen Trend auf und ist auch im November noch einmal gesunken.

Wenn die Verbraucher derzeit vor der Frage der Verwendung ihrer finanziellen Mittel stehen, tendieren sie eher dazu, diese in werthaltigen Anschaffungen, wie Immobilien oder längerlebige Gebrauchsgüter, zu investieren, als es bei den Banken anzulegen.

Konsumklima: leichter Gewinn


Der Gesamtindikator prognostiziert für Dezember einen Wert von 5,6 Punkten nach revidiert 5,4 Zählern im November. Das Konsumklima trotzt den steigenden Krisen- und Rezessionsängsten und legt weiter zu.

Damit bestätigt die Binnenkonjunktur die ihr zugeschriebene Rolle als wichtige Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland. Gerade vor dem Hintergrund der Prognosen, wonach sich die Exportdynamik Deutschlands aufgrund der internationalen Krise merklich abschwächen dürfte, ist ein stabiler privater Konsum eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass sich die deutsche Wirtschaft weiter positiv entwickeln und eine Rezession vermeiden kann.

Es sollte allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass die Exporte für Deutschland auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen werden. Aber mit einem zweiten starken Standbein, wie dem Konsum, steht die deutsche Konjunktur stabiler und ist etwas weniger anfällig für negative Einflüsse von außen, wie wir sie derzeit erleben.

Ob sich diese positive Entwicklung der Konsumstimmung fortsetzen kann, wird zu einem wesentlichen Teil davon abhängen, ob die Bürger wieder Vertrauen in die politischen Entscheidungsträger gewinnen, dass sie die gegenwärtige Krise durch einmütiges und entschlossenes Handeln angehen und einer nachhaltigen Lösung zuführen.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der einzelnen Indikatoren im November im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr:

November 2011    Oktober 2011     November 2010
Konjunkturerwartung                  -7,2                   -6,2                   56,0
Einkommenserwartung              31,1                   36,5                  36,0
Anschaffungsneigung                40,3                   31,2                  22,5
Konsumklima                            5,4                     5,3                    5,2

Zur Studie


Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX" und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Infor-mationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.

Informationen zur Entwicklung der Indikatoren im dritten Quartal in zehn weiteren ausgewählten europäischen Staaten finden Sie im
GfK Konsumklima Europa unter http://www.gfk.com/consumer_climate_europe/index.de.html

Die einzelnen Indikatoren im Überblick:


Konjunkturerwartung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: „Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?" (verbessern - gleich bleiben - verschlechtern)

Einkommenserwartung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: „Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?" (verbessern - gleich bleiben - verschlechtern)

Konsum- und Anschaffungsneigung
Diesem Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde: „Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?" (Der Augenblick ist günstig - weder günstig noch ungünstig - ungünstig)

Konsumklima
Dieser Indikator soll die Entwicklung des privaten Verbrauchs erklären. Seine wesentlichen Einflussfaktoren sind die Einkommenserwartung, die Anschaffungs- und die Sparneigung. Die Konjunkturerwartung wirkt eher indirekt über die Einkommenserwartung auf das Konsumklima.

Zur GfK Gruppe


Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2010 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,29 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com. Folgen Sie uns auf Twitter: www.twitter.com/gfk_gruppe (me/gfk)

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