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Der „kleine Mann“ spart 2009 am Urlaub

Dresdner-Bank-Umfrage: 27,6 Prozent wollen weniger ausgeben - Polarisierung zwischen Billig- und Luxusurlaub

03.02.09 || FRANKFURT (3. Februar 2009) - Beim Urlaub 2009 müssen besonders junge Leute, Familien und Normalverdiener den Gürtel enger schnallen.

Insgesamt plant jeder Vierte in Deutschland, dieses Jahr bei den Ferienausgaben zu sparen. Das ergab eine Umfrage der Dresdner Bank. Insgesamt dürften die Reiseausgaben der Deutschen 2009 um rund ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinken, schätzen die Volkswirte der Bank. „Hinter dieser Zahl steckt allerdings eine zunehmende Polarisierung zwischen denen, die sich nach wie vor viel leisten können, und jenen, für die nur noch Billigangebote infrage kommen", erklärt Dresdner-Bank-Tourismusexperte Hans-Peter Muntzke.

Zwar werden die Deutschen auch 2009 internationaler Reise-Weltmeister bleiben und mehr als 60 Milliarden Euro für die schönsten Wochen des Jahres ausgeben, wie die Reisestudie der Dresdner Bank ergab. Wer sich was leisten kann und für wen neben dem sommerlichen Haupturlaub vielleicht auch noch ein Zweit-Trip drin ist, darüber entscheiden aber zunehmend Alter, Ausbildung und Einkommen. Konkret: Im Bevölkerungsdurchschnitt wollen 27,6 Prozent der Bürger ihr Urlaubsbudget 2009 zurechtstutzen. Aber sehr viel mehr Un- und Angelernte planen dies, nämlich 34,1 Prozent. Hingegen müssen nur 24,8 Prozent der befragten Akademiker und nur 18,7 Prozent der Selbstständigen den Rotstift bei Reisen ansetzen.

Blassere Urlaubsträume haben auch junge Leute in der Ausbildung oder den ersten Berufsjahren, von denen bis zu 37 Prozent bei den diesjährigen Ferien sparen wollen. Und auch die 30- bis 50-Jährigen, die häufig noch Kinder im Haushalt haben, treten zu rund 29 Prozent auf die Sparbremse - etwas stärker als der Durchschnitt der 1.300 von der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Bank befragten Erwachsenen.

Lieber verzichten als ans Eingemachte gehen
Hauptgrund für die Vorsicht bei der diesjährigen Urlaubsplanung ist die Sorge um Arbeitsplatz und Einkommen angesichts der schwachen Wirtschaftslage in Deutschland und der Welt. Fast jeder Zweite in Deutschland (47,6 Prozent) erwartet in diesem Jahr ein niedrigeres verfügbares Einkommen, obwohl die Energiepreise zuletzt gesunken sind und auch der Preisanstieg bei Lebensmitteln nachlässt. Dennoch hat in der Gruppe der Pessimisten rund jeder Dritte vor, beim Urlaub bescheidener zu sein.

Und offenbar sind viele Bürger schon jetzt zu Konsumverzicht bereit, um nicht den Notgroschen oder die Altersvorsorge angreifen zu müssen. Wie die Befragung der Dresdner Bank zeigt, will selbst bei denen, die 2009 mit Einbußen in der Kasse rechnen, nur jeder Zehnte weniger Geld auf die hohe Kante legen. Und das bei einer Sparquote, die mit mehr als elf Prozent auf dem höchsten Stand seit 1994 liegt. (dreba)