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Der Sieg im Hessenderby war zum Greifen nah

Die HSG FrankfurtRheinMain muss sich nach klarer Führung gegen Groß-Bieberau mit einem Remis begnügen

17.04.11 || altFRANKFURT (16. April 2011) - Wenige Sekunden bleiben noch bis zum Sieg. Wenige Sekunden, in denen es die HSG FrankfurtRheinMain selbst in der Hand hat. Die Gastgeber des Hessenderbys in der 2. Handball-Bundesliga versuchen Benedikt Seeger in Szene zu setzen. Doch der Spielmacher, im Duell gegen seinen früheren Verein TSG Groß-Bieberau der beste Mann, wird unsanft gestoppt. Zwei Gegenspieler fallen auf ihn, Seeger muss mit einer Gesichtsverletzung ausscheiden. Der letzte Angriff liegt nun in der Hand von Steffen Weber, der zum finalen Anspiel ansetzt, zu einem Kempa-Pass auf Philipp Botzenhardt. Doch der junge Rechtsaußen kann gar nicht in den Kreis springen, weil er regelwidrig daran gehindert wird. Das Foul bleibt ungeahndet, die Gäste dürfen sich über einen kaum für möglich gehaltenen Punkt freuen. Mit 27:27 (15:12) endet das Derby mit demselben Ergebnis wie im Hinspiel.

Die Enttäuschung bei der HSG war riesengroß. Doch der Sportsgeist auch. Statt auf die Schiedsrichter zu schimpfen, wollte Co-Trainer Thorsten Wolf die Unparteiischen nicht kritisieren. „Man darf das Ergebnis nicht an einer Szene festmachen, aber es passte zu dem Ende des Spiels." Mit dem Ende meinte Wolf nicht etwa den letzten Angriff, sondern die letzten zehn Minuten, in denen die Gastgeber beinahe alles verspielten, was sie sich in den 50 Minuten zuvor erarbeitet hatten.

Zwar befand sich die Partie vor 500 Zuschauern in der Kreissporthalle auf keinem allzu hohen Niveau, jedoch hinterließ die HSG zunächst den deutlich besseren Eindruck trotz der vielen Verletzten, weshalb Cheftrainer Konrad Bansa drei Spieler der 2. Mannschaft (Wesche, Schuster und Reindl) auf die Bank beorderte. Ohne die verletzten Marcus Quilitzsch (Fußverletzung), Patrick Mayr (Knieverletzung), Alexander Hein (Oberschenkelzerrung) und den angeschlagenen Max Kraushaar (Schulterüberlastung) sowie dem Dauerverletzten Fabian Bohnert hielt sich das Team an die taktischen Vorgaben des Cheftrainers und wartete geduldig auf seine Chance. Bereits beim 5:2 (7.) nahm TSG-Trainer Thomas Göttmann seine Auszeit, die Hausherren bauten ihren Vorsprung - angeführt von Seeger und gestärkt durch die insgesamt 18 Paraden von Thomas Bauer - auf 9:4 (15.) und 12:6 (21.) aus. Erst in den letzten Minuten des ersten Abschnitts kamen die Gäste wieder etwas näher heran, da bei der HSG die erste Stammformation durchspielte und deshalb gegen Ende der ersten Halbzeit bereits die Kräfte und die Konzentration etwas nachließen.

Die beste Phase hatte die HSG in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel, sonst eher eine Schwächeperiode der Mannschaft. Dieses Mal setzte sie sich jedoch durch eine sehr konzentrierte und engagierte Leistung von 15:12 bis auf 24:17 (45.) ab, alles sah nach einem deutlichen Sieg aus, auch wenn der inzwischen erkältete Linksaußen Moritz Wolf ebenfalls nicht mehr eingesetzt werden konnte. In der 49. Minute warf Philipp Botzenhardt das 26:20.

„Das hat relativ souverän ausgesehen", sagte Wolf, „aber dann lief nichts mehr". Während die Gäste immer näher herankamen, schwanden bei der HSG die Kräfte, aber auch der Mut. Seeger erzielte das letzte Tor zum 27:23 (55.). Groß-Bieberau schaffte den schnellen Anschluss, ehe in den letzten drei Minuten nur noch ein Treffer fiel: Leider sah zuvor Torwart Bauer bei dem Ausgleichstreffer auch nicht besonders gut aus, als Dennis Rybakov in Zeitspielnot einen Freiwurf aus spitzem Winkel in die kurze Ecke wuchtete. Es war der erste Ausgleich seit dem 2:2 in der Anfangsphase. Geführt hatte Groß-Bieberau während des gesamten Spiels gar nicht.

HSG FrankfurtRheinMain: Thomas Bauer, van de Mortel; Seeger (10/5), Schröder (6), Wolf (4), Frieman, Wicklein, Botzenhardt (je 2), Schwarz (1), Weber, Wesche, Reindl, Schuster.

TSG Groß-Bieberau: Beck, Henne; Dennis Rybakov (5), Neumann (5/2), Gaydoul (4), Göbel, Malik, Alexej Rybakov, Florian Bauer (je 3), Arnold (1), Knobloch, Laurencz, Konrad, Fischer. (aj/hsg)

Schiedsrichter: Philipp Dinges / Daniel Kirsch (Eggenstein).
Zuschauer: 500.
Strafwürfe: 6/5 : 4/2.
Zeitstrafen: 4:2.