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Ein begeisterter Heimsieg

Jubel in der Kreissporthalle: Die HSG FrankfurtRheinMainernder überzeugt beim 35:33 auf der ganzen Linie

09.10.10 || FRANKFURT (09. Oktober 2010) - Der Wille war überall zu spüren: unter den Zuschauern, den Verantwortlichen, den Spielern. Jeder wollte unbedingt den ersten Heimsieg. Und sie bekamen ihn. Nach begeisternden 60 Minuten Handball konnte der Gewinner am Freitagabend nur HSG FrankfurtRheinMain heißen. Nicht ein Mal hatte der Vorjahresdritte TV Bittenfeld in der Krifteler Kreissporthalle in Führung gelegen. Über weite Strecken hatten die favorisierten Gäste dem Angriffswirbel nichts entgegenzusetzen. Dennoch mussten die Fans lange zittern, bis der hochverdiente Sieg in der 2. Bundesliga unter Dach und Fach war und sich die feiernde Mannschaft mit La Ola beim Anhang bedanken konnte.

„Dafür, dass wir noch kein Heimspiel gewonnen hatten, waren die Zuschauer sehr motiviert", ging zuerst der Dank von Konrad Bansa ans Publikum, „so macht das Spaß!" Der HSG-Trainer war aber auch voll des Lobes über seine Mannschaft. „Wir haben da angefangen, wo wir in der zweiten Halbzeit beim Bergischen HC aufgehört haben", sagte Bansa. Allen voran Tobias Hahn. „Er hat sensationell gespielt", freute sich Bansa.

Der 23-jährige Rechtsaußen avancierte zum Sinnbild für den HSG-Erfolg. Motiviert bis in die Haarspitzen, laufstark bis in die Schlusssekunden, konzentriert beim Wurf. Als TV-Trainer Günter Schweikardt seine erste Auszeit nahm, hatte Hahn gerade seinen vierten Tempogegenstoß zur 8:4-Führung verwandelt (12.). Wenig später war er in Unterzahl zum 11:7 erfolgreich (17.). Überhaupt, war der HSG gerade dann das große Engagement anzumerken, wenn sie einen Spieler weniger auf dem Parkett hatte. Der ebenfalls überzeugende Benedikt Seeger traf zum Beispiel bei Fünf gegen Sechs mit einem sehenswerten Schlagwurf zum 13:9 (22.).

Den Schlusspunkt einer fast perfekten ersten Halbzeit aus Sicht der Gastgeber setzte die nächste „Entdeckung" der Partie: Patrick Mayr holte mit der Schlusssirene im Vollsprint den Siebenmeter heraus, den Seeger zum 20:15-Pausenstand verwandelte.

„Die Abwehr hat heute mit dem Torwart zusammen gespielt", sollte Hahn später analysieren, „so konnten wir die erste Welle spielen und sind im Gegensatz zu den bisherigen Spielen zu einfachen Toren aus dem Gegenstoß gekommen". Doch nicht nur durch die Überlaufangriffe kamen Hahn (13 Tore aus 14 Versuchen) und Mayr (sechs Treffer nach sieben Würfen) zu überragenden Quoten. Die Außen wurden auch auf ihren Positionen in Szene gesetzt. „Das zeigt, dass wir uns spielerisch verbessert haben", sagte Bansa.

Die Ausnahme war nur die Angangsphase im zweiten Abschnitt. Als Spielmacher Steffen Weber noch auf der Bank saß, fehlte vorübergehend der Druck im Angriffspiel. Mehrere Male geriet die HSG in Zeitspielnot, Bittenfeld ließ seine Klasse mehr und mehr aufblitzen, glich durch Baumgarten zum ersten Mal aus (22:22, 42.). Doch die HSG behielt die Nerven. Wieder Hahn mit zwei Toren und Mayr brachte ihr Team erneut nach vorne, der nun bärenstarke Torhüter Thomas Bauer (insgesamt 13 Paraden) holte einen Wurf von Baumgarten mit dem Fuß aus dem Winkel. Beim 31:26 sah die HSG wie der sichere Sieger aus, doch zwei Fehler des ansonsten umsichtigen Webers und gleich drei umstrittene Zeitstrafen ließen Spieler und Fans bis zum Schluss zittern.

„Ich hatte über 50 Minuten ein gutes Gefühl, aber bei den Zeitstrafen dachte ich, es könnte nochmal eng werden", sagte Hahn. Ausgerechnet der bis dato farblose Andreas Schröder war es, der in doppelter Unterzahl den Ball zum 32:29 ins Tor wuchtete (57.). Und als Hahn - „Ich weiß nicht, wie der rein ist" - fast aus dem Nullwinkel zum 34:32 traf (59.), waren die hochverdienten Punkte endlich verbucht.

„4:12 Punkte klingt immer noch nicht gut, aber es ist eine deutliche Steigerung bei uns zu sehen", ist nicht nur Tobias Hahn hungrig auf mehr. „Die Mannschaft hat sich gefunden", sagte Trainer Konrad Bansa. Und mit Blick zu den Zuschauern: „So können wir noch die eine oder andere Schlacht gemeinsam schlagen." HSG

FrankfurtRheinMain: Bauer, van de Mortel (bei einem Siebenmeter); Hahn (13/2), Mayr (6), Lindt, Seeger (je 5/1), Bohnert (3), Schröder (2), Weber (1), Quilitzsch, Hein, Wolf.

TV Bittenfeld: Sdunek (1. bis 30.), Rutschmann (1 Tor, 31. bis 60.); Gunnarsson (10/6), Weiß (6), Schimmelbauer, Heib (je 4), Baumgarten, Schweikardt (je 3), Schöbinger (2), Forstbauer (1), Wehner, Drobek, Baumbach.

Schiedsrichter: Gentes/Franz (Mommenheim/Kirkel).
Zuschauer: 750.
Zeitstrafen: 12:6.
Siebenmeter: 4/4:6/6. (aj/hsg)