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Ein „historischer“ Empfang für einen „Granden der FDP“

Wolfgang Knoll ein liberales Urgestein - Dr. Ruppert: Knoll sei ein „Herr", dessen politische Haltung der FDP auch noch heute „Orientierung" gebe"           von Wilhelm Frankfurt

24.03.14 || altFLÖRSHEIM-WEILBACH (23. März 2014) - Der ehemalige Erste Kreisbeigeordnete des Mhttp://www.avira.com/de/share-free-av?1&x-a-source=IPM&x-a-medium=2162&x-a-version=2806&x-a-item=unknownain-Taunus-Kreises (MTK), Wolfgang Knoll (FDP), Kelkheim, ist mit geladenen Gästen seitens des FDP-Landesvorsitzenden, MdB Dr. Stefan Ruppert u.a. , zu einem Geburtstagsempfang aus Anlass seines 85. Geburtstags eingeladen worden, der das Prädikat „historisch" verdient, weil die Großen und die Granden der Hessen-FDP noch einmal tief in die Geschichte der Staatswerdung Bundesrepublik Deutschland blickten, und für ihren erfolgreichen Start 1949 wichtige FDP-Politiker und ihrer Partei Nahestehende am Werk sahen: Theodor Heuss, Ludwig Erhard und Thomas Dehler. Später kommt Walter Scheel hinzu. Und Erich Mende? Den vergaß die FDP jetzt? Und ein Bedeutender wurde auch Wolfgang Knoll für die Partei in Hessen: Einst aktives Mitglied der LdP in der sogenannten „Ostzone", musste er erleben, wie gemein sie „infiltriert" wurde. Bis hin zur Auflösung. Es schauderte die Zuhörer im Gästehaus der RGKW in Flörsheim-Weilbach, als Knoll jene Zeit kurz streifte und auch aus aktuellem Anlass erneut vor den „Sowjets" eindringlich warnte.

Wolfgang Knoll (unser Bild) feierte seinen 85. Geburtstag: Die Hessen-FDP lud dazu ein und gab Knoll auch Gelgenheit, sich noch einmal über sein Credo „Freiheit" zu äußern.

Die Geschichte der FDP ist interessanter als die der CDU und auch der EWG bis hin zur EU: Toleranz, Freiheit, Minderheitenschutz, Rücksicht, Rechte des Anderen, politische Kultur sind bei ihr bürgernah angesiedelt: Sie weiß um den politischen Wert der politischen „Währung" Vertrauen. Das sei von Knoll stets ausgegangen, betonte Dr. Ruppert, ehemals Richter am Bundesverfassungsgericht. Knoll sei ein „Herr", richtete er Knoll in die Höhe, dessen politische Haltung der FDP auch noch heute „Orientierung" gebe. Er habe den Dienst am Gemeinwesen stets vor die persönliche Selbstverwirklichung gestellt.

Baron: Knoll hat Preußen nie verlassen


Der ehemalige Regierungspräsident, Johannes Baron, FDP, jetzt zum Kreisbeigeordneten des MTK gewählt, wies nach, dass Knoll „Preußen nie verlassen hätte, denn der Einfluss der Preußen auf Hessen besteht bis heute." Die Hessische Kommunalverfassung sei preußisch aufgebaut, die Stein-Hardenbergischen Reformen seien in Hessen eingeflossen. Beispiele seien dafür auch Bezeichnungen wie „Regierungspräsident", „Landrat", „Landeswohlfahrtsverband (LWV)", Hessische Gemeinde Ordnung (HGO), Hess. Kreisordnung. Hessen eine „kleine Form von Preußen". Baron sieht es so und erkennt auch, dass Knoll die „Wertigkeit der Freiheit erkannt hat" wie auch die „Wertigkeit" der preußischen Reformer: Die Bürger sollen für das Gemeinwesen aktiviert werden. Sie sollen in der Kommunalen Selbstverwaltung in persona mitwirken.

„Einen liberalen Feiertag" nannte René Rock den Geburtstag Knolls. Rock ist Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender der Regionalversammlung Südhessen, in der Knoll 26 Jahre zusätzlich Fraktionsvorsitzender war.

altSpitzen der FDP in Bund und Hessen waren zu Wolfgang Knolls 85. Geburtstag gekommen: MdL Rene Rock, Generalsekretärin Nicola Beer, Ex-Wirtschaftsminister Florian Röntsch und Ex-Regierungspräsident Johannes Baron (v.l.n.r. vorne). Zweite Reihe von links Ex-Landrat Hans-Jürgen Hielscher (FDP), Bürgermeister a.D. Dieter Wolf (CDU) und links im Hintergrund Landrat a.D. Berthold. R. Gall (CDU) Fotos (2): wifra

Der ehemalige Landesminister und stellvertretende Ministerpräsident, Dr. Gerhardt, führte noch einmal auf den Punkt der „Bonner Republik" und ihrer Verfassung: Es galt damals, die deutsche politische Elite vom Wert der Politik des Westens zu überzeugen. Daran habe die FDP entscheidend mitgewirkt. Und auch dann, als die „Ostverträge" geschmiedet wurden.

Wolfgang Knoll warnt vor zu viel Bürokratie: „Sie darf Mensch und Gesellschaft nicht überladen"


Einen beachtlichen Lebensweg in Politik und Beruf kann Wolfgang Knoll vorlegen. Er ist am 21. März 1929 in Schlesien geboren worden. 1948 floh er aus der sogenannten „DDR". Von Mitte 1974 bis Ende 1989 wurde er an der Seite des Landrats Dr. Bernward Löwenberg, CDU, Erster Kreisbeigeordneter im Main-Taunus-Kreis.

Knoll hat Bürokratie erlebt und gestaltet und warnt als Kenner vor ihr: „Sie darf Mensch und Gesellschaft nicht überladen, sonst schlägt sie um in totes, geistloses Papier." Er erkennt solche Gefahr in der BRD und in der EU.

Knoll hat in seinen zwölf Jahren als Hauptberuflicher Erster Kreisbeigeordneter viel Nützliches im MTK geschaffen, was heute als Selbstverständlichkeit betrachtet wird, wie etwa die gemeinsame Leitstelle von Rettung und Feuerwehr. Er hat eine Landesregierung von der „Anomalie" der Kreisverwaltung mit Sitz in Frankfurt-Höchst überzeugen und ihrem Umzug nach Hofheim die Zustimmung abringen können.

Ein Weiteres hat Knoll seit 1945 bis heute als politisch wirksam erkannt und gelebt: „Politik beruht auch auf persönlichen Verbindungen und auch über die eigene Partei und hinaus." Knolls Credo bleibt aber die „Freiheit". Für sie solle der Bürger sich einbringen.

Mit einer „Standing Ovation" wurde Knoll herzlich gedankt und ihm sogar das Lied „Happy Birthday" gesungen, das die „Kreishausbläser" für ihn anstimmten.