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Hans-Dieter Homberg nach 25 Jahren Abschied von der Taunus-Sparkasse

Sein Weg war richtig - Mit Homberg kam die Feinheit, Gradheit, Konsequenz, Kompetenz, Dauer und Prüfung - Krisen überwunden und eine erfolgreiches Haus bestellt

24.06.12 || altBAD HOMBURG (24. Juni 2012) - Als die jeweilige Kreissparkasse in ihren beiden Kreisen noch bestand, war das mit ihren „Chefs" so wie bei „Hertie" auf der Zeil, in Höchst oder Bad Homburg: Deren Geschäftsführer waren „Kaufhauskönige", kannten jede Kundin, ihr Haus bis in die letzte Ecke, gaben auch ein „Extra", wenn man sie lieb darum bat und tauschten auch dann noch um, wenn´s eigentlich gar nicht mehr ging. Wer damals in Höchst Geld wollte, ging in „seine" Kreissparkasse, natürlich da zu „seinem" Pilz oder Dörr, dem Elsass lief man ja sowieso über die Füße, der war ja überall zur gleichen Zeit und lachte immer so breit und freundlich. Man war was zusammen und hielt zusammen. Dann kam die Fusion, Bad Homburg als neues Stammhaus, dann auch Homberg, der „Neue ganz oben". „Meine" Sparkasse entrückte den alten Sparkassenkunden in Main-Taunus ein wenig. Bad Homburg war ihnen zu weit weg, und Hans-Dieter Homberg (nebenstehendes Bild: Foto: Taunus Sparkasse) war nicht „der Pilz".

Und heute? Die Taunus-Sparkasse ist auch in Main-Taunus für viele wieder „meine" Sparkasse geworden. Zwar wurde Hans-Dieter Homberg für viele nie „mein" Pilz, aber er wurde für sie zu einer sehr geschätzten Persönlichkeit, die um Geld mit Geist und „good will" arbeitete und nicht mit Schulterklopfen. Mit Hans-Dieter Homberg kam die Feinheit, Gradheit, Konsequenz, Kompetenz, Dauer und Prüfung eines Mannes in die Sparkasse, der Erfolge tatsächlich erschaffen musste, der auch „Nein" sagen konnte, der aus Krisen wieder Kreise der Zusammenarbeit zum Erfolg der Sparkasse und ihrer Kunden zog.

Der Vorstandsvorsitzende der Taunus-Sparkasse, Hans-Dieter Homberg (rechts), kann das Staffelholz nach einem weiteren Rekordergebnis seiner Sparkasse in seiner Amtszeit weiterreichen: Oliver Klink (links) geht jetzt an der Spitze der Sparkasse ins Rennen für sie. Mit guten Aussichten für 2012 wie die Prognose lautet.

Homberg war immer Erster. Diese Aura hielt er und hält er. Er war nie überheblich. Was nicht ging, ging nicht. Kein „Basta", aber ein „Nein". Ein Chef, der schafft und durchblickt. Und am Ende steht dann „Haben" und nicht was „Soll`s".

Abschied im Erfolg


Der Vorstandvorsitzende der Taunus-Sparkasse, Hans Dieter Homberg, wird sich zum Monatsende Juni 2012 in den Ruhestand zurückziehen. Man darf ihm das Prädikat „Erfolgsvorsitzender" zuschreiben. Als es galt, die Sparkasse nach Kreditverlusten, Trägheit und Überfrachtung zu schütteln, kritisch zu analysieren, neu aufzustellen, wieder auf Erfolgskurs zu führen, da wies er ihr mit unternehmerischen Einzel- und Gesamtentscheidungen vor Ort im Geschäftsbereich zweier höchst unterschiedlicher Kreise, Konzentration auf das Kerngeschäft in Tiefe und Breite regional zu und führte sie mit unerschütterlicher Festigkeit und mehrender Kompetenz auf den richtigen Weg zum Ziel.

Homberg musste dabei Experimente eingehen (vermögende Privatkundschaft u.a.), spürbare Umstellungen im Filialbereich vornehmen, moderne Tragfähigkeit auch im Verbund neu herstellen, die junge Kundschaft gewinnen, die Mobilität der Kunden berücksichtigen, Frankfurt als Immobilienstandort für das Sparkassengeschäft von Immobilienfinanzierungen nutzen und die Sicherheit, Nähe und Nebenan sowie die Seriosität der Sparkasse den fliehenden, globalen Windhundversprechen der Banken seinen eigenen Kunden und Bürgern gegenüber stellen: Die Sparkasse als modernes Terminal der Geldbeschaffung Tag und Nacht, als höchst sichere Säule von kompetenter Partnerschaft in Anlage und Kredit, in Finanzierung sowie Vorsorge, als Berater und Förderer von nebenan - mit dieser praktizierten, dauerhaften Kundennähe hat Homberg gewonnen: Heute zählen er und seine Sparkasse zu den Erfolgreichen und Anerkannten dieser dynamischen Europaregion Hessen.

altZum letzten Mal Bilanzpressekonferenz der Taunus-Sparkasse in der Amtszeit von Vorstandsvorsitzendem Hans-Dieter Homberg (rechts) mit seinem Nachfolger im Amt Oliver Klink, seinen Vorstandsmitarbeitern Axel Warnecke und Markus Franz (v.r.n.l.). Fotos (2): wifra

Seit Jahren wird über „Fusion und Übernahme" hinsichtlich Taunus-Sparkasse nicht mehr gesprochen. Die Sparkasse steht wieder fest und erfolgreich im Markt. Das ist auch ein Verdienst von Homberg. Er hat das Haus in sich erhalten, in Sicherheit geführt und wieder respektable Gewinne erwirtschaftet. Die Kunden gewinnen mit. Das ist eine weitere Garantie für die Taunus-Sparkasse auf Geschäfte in Zukunft. Dafür haben ihm auch jetzt die beiden Landräte Michael Cyriax, Main-Taunus-Kreis, und Ulrich Krebs, Hochtaunus-Kreis, gedankt.

Weg, Aufstieg, Gipfel


Mit Stiftung und dauerhafte Förderungen für Sport, Soziales und Kultur ist es der Taunus-Sparkasse ebenfalls gelungen, sie in beiden Kreisen als Mäzen für Mitmenschlichkeit und Kulturelles wie auch für Sport und Spontanes an die Seite und ins Bewusstsein ihrer Mitbürger zu rücken. Homberg hatte erkannt, wie gut Geld gut ist und gut tut. Er förderte auch mit Blick auf diese Aspekte in einer Region und sicher auch mit dem Gramm Würze, dass es gut für die Sparkasse seine werde. So wurde es.

Er beschrieb häufiger den Weg und Aufstieg zum Gipfel mit dem symbolischen Blick auf den nahen Taunus mit seinem Feldberg als höchste Erhebung. Da hinauf auf den Gipfel, aus dem Tal heraus, wollte er die Sparkasse wieder führen. Das war vor 13 Jahren, als er Vorstandsvorsitzender wurde. Zuvor war er bereits zwölf Jahre im Vorstand der Sparkasse, die aus der Kreissparkasse des Main-Taunus- und aus der des Hochtaunus-Kreises zur Taunus-Sparkasse fusionierte. In der Amtszeit von Vorstandsvorsitzendem Georg Pilz wurde diese Fusion vorgenommen. Sie gelang. Aber danach bedurfte es der Überlegungen und Tatkraft Hombergs, die richtigen Entscheidungen für den richtigen Weg für die Sparkasse einzuschlagen: „Ich war mir am Anfang und auch noch Jahre danach nicht sicher, ob sich der Erfolg wie gedacht auch einstellen werde," sagt er jetzt in seiner letzten Pressekonferenz vor Vorstand, Nachfolger und den Medien.

Der Erfolg stellte sich schließlich so stark und konsequent ein, dass Homberg heute, im 105. Jahr des Bestehens der Sparkasse, zum dritten Mal in Folge ein „Rekordergebnis" aus dem Geschäftsjahr 2011 vorzeigen kann. „Das beste Geschäftsjahr ihrer 105-jährigen Geschichte," können Presse und Kommunikation der Sparkasse darauf hin niederschreiben, und Homberg steht zum dritten Mal unter dem Gipfelkreuz (wir berichteten am 20. Juni unter dem Titel; „Taunus Sparkasse wirtschaftlich auf solidem Fundament - Drittes Rekordjahr in Folge - Planergebnis erneut übertroffen - Zinsüberschuss und Provisionsertrag gesteigert - Betriebsergebnis auf Rekordniveau - Homberg: "Ein hoher Vertrauensbeweis der Menschen in und am Taunus").

Homberg wurde in einer krisenhafte Zeit Vorstandsvorsitzender. In Seminaren unserer Zeit haben erfahrene Wirtschaftswissenschaftler auch darauf hingewiesen, dass die Weltwirtschaftskrise bereits seit 1980 bestehe, unterschiedlich sei und wanderhaft global umherziehe. Dass wir in der längsten bisher leben und dass sie noch bis 2020 anhalten werde.

Homberg hat sie als einer der ersten zu spüren bekommen. Er hatte damit allerdings den Vorteil des Vorsprungs, darauf reagieren zu müssen, bevor dann andere an den Rand der Krise gerieten, davonkamen oder total in sie hinein fielen. So war die Taunus-Sparkasse bereits krisensicher, als die Krise 2008 dann groß und breit ausbrach. Homberg, sehr früh erster Betroffener, war dann früh nicht mehr Betroffener. Er und die Sparkasse gewannen dann auch in der Krise. Es ist ein Beispiel dafür, dass man unabänderlichem Unglück früh begegnen sollte, um es auch früh abzuschütteln.

„Erfolgserbe" für Nachfolger


Homberg hatte auf seinem Weg zum Gipfel Pausen einlegen müssen. Stand mal länger im Camp als gedacht, weil der Aufstieg streckenweise mühsamer war als erwartet. Aber Homberg stand vorne in der Seilschaft und zog hoch und mit. Um 2008 war er oben.

Es ist ihm, seinem Vorstand mit beträchtlicher Fluktuation und Neubesetzung, der gesamten Mitarbeiterschaft gelungen, die von Homberg mitinitiierten Geschäftsmodelle zu einem Erfolgsmodell für die Sparkasse und ihre Kunden zusammenzuführen. Er stellte die Sparkasse modern in der Region Main und Taunus auf. Auch in Frankfurt/Main: Durch ihren ehemaligen Hauptsitz in Frankfurt-Höchst, als Kreissparkasse des Main-Taunus-Kreises, verblieb die Großfiliale Höchst im Frankfurter Markt. Damit konnte sie in der Main-Metropole im lukrativen Immobilenbereich aktiv bleiben.

Die Bilanzentwicklung der Sparkassen hält sich 2010 und 2011 knapp unter vier Milliarden Euro auf. Seit 2007 nimmt sie diesen Steilkurs. Trotz der internationalen Bankenkrise seit 2008 legte die Sparkasse im Kreditgeschäft zu. Sicher sah auch Homberg bei der Kreditvergabe genauer hin, aber stets wehrte er etwaige Vorwürfe von „Kreditklemme" ab. Die ordentlichen Erträge wuchsen. 2011 kann er dafür 30 Millionen nach 28,6 Millionen Euro 2010 zusammenrechnen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt 2011 bei rund 46,3 Millionen Euro. Das bedeutet eine Steigerung zum Vorjahr um 19 Prozent. Die Cost Income Ratio sackt von 76,7 Prozent 2008 in 2011 auf 62,5 Prozent. Die Sparkasse spart und steuert also richtig.

Homberg kann mit seiner „Abschiedsbilanz" rundum Erfolgszahlen auf den Tisch legen. Auf Nachfolger Oliver Klink liegt nun der Hochdruck eines „Erfolgserbes". Das kann einen leichten Start bedeuten, ist aber umso mehr auch Verpflichtung für ihn.

Hans-Dieter Homberg wird zu seinem offiziellen Abschied im Kurhaus von Bad Homburg viel Anerkennung hören. Sie ist Hochzins für einen beachtlichen Arbeitserfolg in einer Phase realer Niedrigzinsen. Und sie ist auch der Beweis dafür: Am Ende eines guten Tuns zählt der Mensch mehr als Geld. Diese schöne Einsicht ist den Vielen um Homberg recht dauerhaft zu wünschen. Das wäre auch Nachhaltigkeit für Homberg und seine Sparkasse. wifra