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OB Korwisi ehrte vier engagierte Bad Homburger Bürger

Bundesverdienstkreuze an Elli Michler und Gerta Walsh sowie Landesehrenbriefe an Harald Wagner und Waldemar Wehrheim überreicht

09.04.10 || altaltBAD HOMBURG (09.April 2010) - Elli Michler und Gerta Walsh begeistern die Menschen. Die eine mit ihren lebensbejahenden, ermutigenden Gedichten, die andere durch die Bad Homburger Lokalgeschichte, die sie auf verständliche, lebendige Weise zu vermitteln weiß. Für ihr jahrzehntelanges, erfolgreiches Wirken wurden die beiden Bad Homburgerinnen jetzt von Bundespräsident Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Oberbürgermeister Michael Korwisi überreichte die Ehrung im Gotischen Haus. Bei der kleinen Feierstunde erhielten außerdem Harald Wagner und Waldemar Wehrheim den Ehrenbrief des Landes Hessen. Beide sind ehrenamtlich im Wanderclub Kirdorf aktiv.

Oberbürgermeister Korwisi würdigte Elli Michler als eine der bedeutendsten Lyrikerinnen ihres Genres in Deutschland. Sie greife in ihren Gedichten das Besondere im Alltäglichen einer Zeit auf, die von zunehmender Orientierungslosigkeit geprägt sei. Ohne der Sentimentalität oder dem Pathos der Klage zu erliegen, benenne sie Themen, die jeden bewegen, mit leisen, aufmunternden Tönen und in anspruchsvollen, aber verständlichen Worten. OB Korwisi: „Frau Michler ist auch eine Hüterin der deutschen Sprache, deren Schönheit sie gegenwärtig macht. Eine wahre Poetin!"

Die jetzt 87-jährige Diplom-Volkswirtin zog mit Tochter und Mann, der am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium unterrichtete, 1961 nach Bad Homburg. Nach der langjährigen Pflege und dem Tod der Eltern begann Elli Michler ihre Gedanken in Verse zu fassen. Inzwischen sind, neben ihrer Biografie „Ich träum noch einmal vom Beginnen", mehr als ein Dutzend Bücher von ihr erschienen. Insbesondere die 1989 geschriebenen und schon kurz darauf als „Jahrhundertgedicht" bezeichneten Zeilen von „Ich wünsche dir Zeit" begründeten den Erfolg. Elli Michlers Lyrik wurde vielfach vertont und musikalisch interpretiert.

Wie kaum jemand anders vermöge Gerta Walsh Begeisterung zu wecken, wenn es um die Bad Homburger Geschichte gehe, so OB Korwisi in seiner Rede zur Auszeichnung der beliebten „Stadthistorikerin". Sei es in ihren ungezählten Beiträgen für Zeitungen, Zeitschriften, Jahrbüchern und in eigenen Büchern oder sei es bei Vorträgen und Stadtführungen - Gerta Walsh entführe auf mitreißende, verständliche und damit bürgernahe Weise in längst vergangene Zeiten. Damit mache sie die Gegenwart Bad Homburgs verstehbar und gebe den Menschen ein Gefühl von Geborgenheit und Heimatliebe. Aber, so Michael Korwisi, durch ihre kompetente Geschichtsforschung bringe sie viele bis dahin unbekannte Details ans Licht. Gerta Walsh trage so auch dazu bei, dass Bad Homburg mit dem Wissen um die Vergangenheit für die Zukunft gestaltet werden könne.

Gerta Walsh, die erst vor wenigen Monaten ihren 85. Geburtstag feierte, lebte in Stuttgart, Köln, Berlin, Tübingen, Frankfurt und in Kalifornien, wohin sie 1959 mit ihrem Mann gezogen war. Nach abgebrochenem Studium hatte sie in der Nachkriegszeit unter anderem als Journalistin bei der alliierten Wochenschau „Welt im Film" sowie bei US-Behörden gearbeitet. Als die zweifache Mutter 1964 nach Bad Homburg kam, war sie von der vielschichtigen Vergangenheit der Stadt so fasziniert, dass sie sich intensiv deren Erforschung verschrieb. Die ehemalige Schulsekretärin der Landgraf-Ludwig-Schule (1972-1987) und Schlossbibliothekarin engagierte sich zudem ehrenamtlich im Gemeinschaftskreis „Unser Homburg", im Verein für Geschichte und Landeskunde sowie im Hessischen Heimatbund. 1993 wurde Gerta Walsh in den Denkmalbeirat der Stadt berufen, dessen stellvertretende Vorsitzende sie seit 2006 ist. Von der Stadt, dem Stadtarchiv und anderen Einrichtungen wurde sie mit zahlreichen Projektarbeiten, der Konzeption von Ausstellungen und Festschriften zu Jubiläen und bedeutsamen Geburtstagen betraut. Gerta Walsh erhielt mit dem Saalburgpreis des Hochtaunuskreises 1993 und der Ehrenplakette der Stadt Bad Homburg 1994 bereits zwei hohe Auszeichnungen.

Harald Wagner und Waldemar Wehrheim wurden mit den Ehrenbriefen des Landes Hessen ausgezeichnet, weil sie sich bis 2009 beziehungsweise 2007 jeweils über 30 Jahre ehrenamtlich im Vorstand des Wanderclubs Kirdorf betätigt hatten. Beide sind heute noch als Wanderführer aktiv. Harald Wagner organisiert darüber hinaus alljährlich eine Wanderwoche, Waldemar Wehrheim spricht Senioren als spezielle Zielgruppe an. Oberbürgermeister Korwisi betonte, dass Wandervereine nicht nur der Geselligkeit dienten, sondern auch eine nicht zu unterschätzende soziale Funktion hätten. Sie bedeuteten für Alt und Jung ein Stück Heimat und sie vermittelten, wie vielfältig und schützenswert die Natur sei. Deshalb seien die Wandervereine ein wichtiger Faktor in der Jugend-, Familien- und Umweltarbeit Bad Homburgs. (ps/krstbhbg)

Unsere Bilder zeigen die Verleihungsurkunde zum Verdienstkreuz und die Verleihungsurkunde des Ehrenbrief des Landes Hessen (oben rechts).
Weiterhin das Bundesverdienstkreuz mit Reversnadel und (ganz unten) die Ehrennadel zum Ehrenbrief. Fotos: Land Hessen