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Petra Roth: Frankfurt verschwindet nicht in seinem Finanzloch

Frankfurter Oberbürgermeisterin am Sonntag in hr1-Talk - Ab 2013 Golf und Klavier spielen lernen

12.02.10 || FRANKFURT (12. Februar 2010) - Zu den Auswirkungen der Finanzkrise sagt Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, die auch Präsidentin des Deutschen Städtetages ist, die Folgen in den Kommunen würden dramatisch. Dennoch verschwinde Frankfurt nicht in seinem Finanzloch: „Frankfurt hat in den guten Jahren gut gewirtschaftet, und wir werden in diesem Jahr keine Einschnitte im Sozialhaushalt der Stadt vornehmen", meint Petra Roth. Die Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt ist am heutigen Sonntag um 10 Uhr Gast in der hr1-Sendung „Talk" des Hessischen Rundfunks. Mit hr1-Moderator Fritz Reichardt spricht die 65-Jährige über die Finanzkrise, die närrische Zeit in Frankfurt sowie über private und berufliche Herausforderungen.

Am Sonntag nimmt die gebürtige Bremerin den großen Frankfurter Fastnachtsumzug ab: „Ich bin ja entmachtet in dieser Zeit und sitze auf der Tribüne und schaue, wie die Narren unsere Stadt im Spiegelbild des Narren zeigen. Wir haben ein Haus voller Narren im Römer. Manchmal weiß ich nicht, ob ich dem Großen Rat vorsitze, den Karnevalsvereinen, oder der Stadtverordnetenversammlung. Aber das erfrischt", erklärt Petra Roth.

Zum Vorwurf mangelnder Führungsstärke entgegnet Roth: „Es hat wenig Sinn, mit der Faust auf den Tisch zu schlagen, wenn ich wegen mangelnder Mehrheiten nichts verändern kann. Ich bin mit großer Begeisterung eine Macherin, und ich bin auch ein bisschen ungeduldig. Ich mag es nicht, wenn es eine gewisse Begriffsstutzigkeit in meinem Umfeld gibt. Das hat aber auch Nachteile für mich, wenn ich vielleicht zu schnell über etwas hinweggehe."

Von ihren Mitarbeitern fordert Frankfurts Oberbürgermeisterin, dass sie den Mund aufmachen und mitdenken: „Ich kann eine Stadt nicht alleine führen." Als sturköpfig sieht sich Roth nicht, „aber ich kann mich festbeißen, wenn ich von etwas überzeugt bin." Ausgleich und Kompromiss seien wichtig, „aber man kann doch nicht von vornherein sagen, ich will einen Kompromiss!"

Gesellschaftspolitisch sieht sich Roth als eine 68erin. Als sie 1964 nach Frankfurt kam, hatte sie das Gefühl: „Dies ist das freie Leben!" Nach zwei Jahren Ehe hat sie sich scheiden lassen. „Ich habe mich emanzipiert, als Tochter und als Ehefrau, und bin eine selbstständige junge Frau in dieser großen Stadt Frankfurt geworden." 1970 heiratete Roth zum zweiten Mal, die Ehe mit Erwin Roth hielt bis zu dessen Tod 1994. Sie hat zwei erwachsene Söhne und ein Enkelkind.

Petra Roth offenbart: „Ich fühle mich im Finden einer Antwort auf meine Gedanken schon häufig einsam. Aber darüber muss man hinwegkommen. Verdrängen darf man es allerdings nicht, denn dann kommt es irgendwann wieder hoch."

Am 7. Juli 2013, nach 18 Jahren und drei Amtsperioden als Oberbürgermeisterin, sei es dann für sie genug. „Irgendwann muss man den Bürgern auch die Chance geben, ein neues Gesicht wählen zu können!" Danach will sie Golf und Klavier spielen lernen. (ps/hr)

Foto: Stadt Frankfurt am Main