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Wertvolle Bücher für das Forschungszentrum „Keltenwelt am Glauberg“

Staatssekretär Jung: Nachhaltige Stärkung für den Wissenschaftsstandort Hessen - Bibliotheken aus dem In- und Ausland beteiligen sich

18.04.12 || altaltWIESBADEN / GLAUBURG (18. April 2012) - Die „Keltenwelt am Glauberg" hat zum Aufbau ihres Forschungszentrums Teile der Gero von Merhart-Bibliothek und weitere Publikationen aus dem Institut für Vor- und Frühgeschichte der Philipps-Universität Marburg als Dauerleihgaben erhalten, darunter wertvolle Originalausgaben aus dem 19. Jahrhundert. Am weiteren Aufbau der Bibliothek beteiligen sich mit Bücherspenden zahlreiche weitere Universitäten, Institutionen und Fachleute in ganz Deutschland sowie Bibliotheken in Österreich, in der Schweiz und der Tschechischen Republik. Die Bücher werden in Form einer Präsenzbibliothek Wissenschaftlern und Laien zur Verfügung gestellt.

„Durch den intensiven Austausch mit Fachkollegen anderer Museen und Hochschulen im In- und Ausland stärkt das Forschungszentrum den Wissenschaftsstandort Hessen nachhaltig", sagte der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung, heute in der „Keltenwelt am Glauberg". Er wertete die Übergabe der Bibliotheksbestände auch als Anerkennung der Bemühungen der Landesregierung, die Tradition der Keltenforschung in Hessen an einem herausragenden archäologischen Fundort der Keltenzeit fortzusetzen.

Jung erinnerte daran, dass das Land in die Ausgrabungen und in die Anlage der „Keltenwelt" seit 1994 insgesamt mehr als 17 Millionen Euro investiert habe. Die Verbindung von Museum, Archäologischem Park und Forschungszentrum - wie sie die „Keltenwelt am Glauberg" und das Römerkastell Saalburg besitzen - ist nach seinen Worten in Deutschland in dieser Kombination einzigartig. Die Tatsache, dass am vorigen Wochenende der hunderttausendste Besucher am Glauberg gezählt wurde, belege im Übrigen, welch ein Magnet die „Keltenwelt" auch für ein breites Publikum sei.
Gero von Merhart (1886-1959) war der erste Lehrstuhlinhaber am 1927 gegründeten „Vorgeschichtlichen Seminar" der Philipps-Universität Marburg. Dank der Initiative von Prof. Dr. Andreas Müller-Karpe, Leiter des heutigen Seminars für Vor- und Frühgeschichte der Universität, werden Teile der Merhart-Bibliothek und weitere Publikationen aus dem Marburger Institut dem Forschungszentrum als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Insgesamt handelt es sich um rund 15 laufende Meter Bücher, darunter Kostbarkeiten wie eine Originalausgabe der „Antiquités celtiques et antédiluviennes" von Jacques Boucher de Perthes aus dem Jahr 1847, den „Goldfund vom Messingwerk bei Eberswalde" von Karl Schuchhardt aus dem Jahr 1914 (eines von 350 nummerierten Exemplaren) und - auch heute für die keltische Eisenzeitforschung unentbehrlich - die 1923 erschienene Originalpublikation von Paul Vouga zur namengebenden Fundstelle „La Tène".

altDer Landesarchäologe Prof. Dr. Egon Schallmayer sagte: „ Es ist mir im Rahmen der Neuaufstellung der hessischen Landesarchäologie seit jeher ein besonderes Anliegen, die wissenschaftliche Erforschung archäologischer und paläontologischer Denkmäler und ihre Vermittlung in die Öffentlichkeit miteinander zu verbinden. Daher bin ich glücklich, dass es gelungen ist, die Bibliothek eines der bedeutendsten Keltenforscher, noch dazu des ersten Lehrstuhlinhabers der Vor- und Frühgeschichte überhaupt, mit weiteren Bibliotheksspenden in das junge Forschungszentrum der ,Keltenwelt‘ zu übernehmen. Die Tradition der Keltenforschung in Hessen wird damit am Glauberg verankert."

Dr. Ines Balzer, die Leiterin des Forschungszentrums, hob hervor: „Als ich nach Eröffnung des Museums der ,Keltenwelt am Glauberg‘ begann, die Basis zum Aufbau eines Forschungszentrums zu legen, ahnte ich nicht, wie vielfältig und groß die Unterstützung meiner Fachkolleginnen und -kollegen auch im Ausland sein würde. Unverzichtbarer Bestandteil, quasi das Herz einer Forschungseinrichtung, ist auch in unserer heutigen digitalisierten Welt die Bibliothek. Zu ihrem vielversprechenden Anfang tragen nun die zahlreichen Büchergaben der Kollegen und Institutionen bei. Der erste, wichtige Schritt ist getan, und ich freue mich sehr auf die weitere Zusammenarbeit."

Staatssekretär Jung fügte hinzu: „Die beeindruckenden Bücherspenden im Wert von mehreren tausend Euro aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland wurden möglich, weil Frau Balzer in den Fachkreisen außerordentliches Ansehen genießt. Ohne sie wäre diese Bibliothek nicht zusammengekommen." (sr/hmwk)