Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

VermischtesLehre & Wissenschaft › ESA/ESOC Zentrums plant Start zum Südpol des Mondes für das Jahr2018

ESA/ESOC Zentrums plant Start zum Südpol des Mondes für das Jahr2018

Dr. Thomas Reiter stellt neue Projekte für zukünftige Herausforderungen und Chancen der Raumfahrt vor                von Iris und Gert Schmidt

24.01.12 || altDARMSTADT (24. Januar 2012) - „Schon als kleiner Junge faszinierte mich die Landung auf dem Mond. Neil Armstrong und seine Begleiter inspirierten mich, auch einmal unsere schöne Erde als Astronaut aus dem Weltraum betrachten zu können", so Dr. Thomas Reiter, unser hessischer Astronaut und „echter Frankfurter Bub" in Neu-Isenburg aufgewachsen, der im November letzten Jahres die Leitung des ESA/ESOC Zentrums (European Space Agency/European Space Operations Centre) und das Direktorat für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb in Darmstadt übernahm. Er hat sein Ziel erreicht und noch viel mehr.

altESA-Direktor Dr. Thomas Reiter erklärt navigationsorientierte telekommunikative Innovationen im neu renovierten Darmstädter ESOC-Hauptkontrollraum(MCR). Foto: Iris G. Schmidt

Das zeigte seine spektakuläre Präsentation auf der Pressekonferenz letzte Woche bezüglich zukünftiger länderübergreifender Projekte, Erdbeobachtung, Navigation, Astronauten/ISS-Wissenschaft, planetare Exploration sowie Strategien und Prioritäten der ESA für 2012 und weit darüber hinaus in Kooperation mit Partneragenturen und Industrie, Budgetplanungen vor dem Hintergrund angespannter Gesamtwirtschaftslage, die weltweit in enger Kooperation mit den Partnern zu koordinieren sind.

altAuf große Fahrt zu einer Raumstation ging sie nie die BURAN, aber man kann sich vorstellen, dass eines Tages ähnliche Raumfähren, auch zum Mond und anderen erdnahen Himmelskörpern fliegen. Das hier gezeigte Spaceshuttle BURAN  ist Originqal in dem Technik Museum Speyer zu sehen.Die BURAN war das Ergebnis eines der ehrgeizigsten Projekte in der Geschichte der russischen Raumfahrt. Sie wurde 1984 gebaut und diente zur Erprobung von Gleitflug und Landung. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Weiterentwicklung zunächst gestoppt und 1993 entgültig eingestellt.Foto: Ralph Delhees

Große technologische, strategische und wirtschaftliche Herausforderungen des europäischen Raumfahrtprogramms betreffen u. a. die Starts in den Weltraum neuer Erdbeobachtungs- und Wettersatelliten, den Aufbau des Galileo-Navigationssystems sowie die wissenschaftliche Nutzung der ISS-Raumstation, insbesondere mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst im Jahr 2014, den ATV-3 Raumtransporter, Europas neue Weltraumlageerfassung „SSA" und langfristige Explorationsmissionen. Im Hinblick auf die im November 2012 stattfindende Tagung des ESA-Ministerrats in Italien, wo traditionell Programme und Budgets festgelegt werden, ist eine intensiv abwägende Arbeit für Dr. Reiter und sein hervorragendes Team im offiziellen Dienstsitz der Direktion im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA/ESOC, insbesondere neben anderen Aktivitäten der ESA-Direktion „Human Spaceflight and Operations" erforderlich.

Das betrifft insbesondere den Bereich der bemannten Raumfahrt, das Astronautenzentrum in Köln, EASA/ESTEC in den Niederlanden, DLR/GSOC in Oberpfaffenhofen, CNES Toulouse, Frankreich und u .a. internationale Kooperationen mit NASA, Roscosmos, JAXA, China. Zum weiteren Bereich gehören Entdeckung, Erkundung, Ortung und Kommunikation, Innovation aus dem Weltraum sowie Wege und das Leben im Kosmos. Zu den 18 ESA-Staaten ist im Dezember 2011 Rumänien als neunzehnter dazugekommen. Alle anderen EU-Staaten sind als Beobachter dabei.

Für Mai 2012 sind der Start der MetOP-B Meteorologie-Mission, eine gemeinsame Entwicklung von Eumesat und ESA von Baikonur (Kasachstan) geplant sowie im Juni Meteosat Second Generation -3, konzipiert zur Verbesserung von Wettervorhersagen, geostationärer Orbit von Kourou (Franz. Guyana), im Juli der Start von SWARM - ESAs Magnetfeld Mission mit dem Ziel einen verbesserten Kenntnisstand des Erdinneren und des Klimas zu erreichen, im August/September der Start von Galileo IOV-2, außerdem Missionen zum Mars.

Ein weiteres Highlight ist die Unterstützung der Landung der NASA „Curiosity" Mission mit Hilfe von Mars Express als Kommunikations-Relais, bereits erfolgreich für die NASA Phoenix Mission in 2008 praktiziert, eine neue ESA-Bodenstation in Argentinien, der Bau der dritten 35 m „Deep-Space"-Antenne, die Kontrolle eines globales Netzes von Bodenstationen (ESTRACK).

Wie stehen die Chancen für eine weitere Landung auf dem Mond? Auch daran wird vorausgeplant, denn eine Präzisionslandung (Lunar-Lander) unter Vermeidung von Hindernissen mit Startdatum 2018 ist bereits vorgesehen und zwar zur Südpolregion mit Sojus von Korou aus durch Einbeziehung von Sonnenenergie und direkter Kommunikation zur Erde mit einer Startmasse von 2.500 kg und Lander-Masse von 750 kg.

Die o. a. Projekte sind nur ein Auszug des weltumspannenden Netzes einer atemberaubenden kontinuierlichen Entwicklung der Raumfahrt, bei denen auch die SSA (Space Situation Awareness) eine große Rolle in der Weltraumlageerfassung spielt. Dr. Reiter erwähnte die Forschungspriorität dieses Bereiches, damit der Schutz vor Unfällen durch Zusammenstoß im Kosmos und die Gefahren von Space Debris (Weltraumschrott) gewährleistet ist.

Anschließende parallele Gespräche mit dem hessischen Astronauten und jetzigen Direktor für bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb und weiteren Experten seines Teams lassen erahnen, wie viel Faszinierendes zukünftig noch aus dem All zu erwarten ist. Näheres unter www.esa.int und www.esa.de