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Drei Projekte mit dem Kooperationspreis des TechnologieTransferNetzwerks Hessen ausgezeichnet

250 nahmen in den Sparten Laseroptik, Simulationssoftware und kaltes Schweißen teil - Posch: „Enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit"

07.12.11 || altFRANKFURT/WIESBADEN (06. Dezember 2011) - Für vorbildliche und erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie hat Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch am Montag in Frankfurt drei Projekte mit dem Kooperationspreis des TechnologieTransferNetzwerks Hessen (TTN-Hessen) ausgezeichnet. Unter 28 Bewerbern kam das Projekt DISMAT, das sich der Entwicklung neuartiger Beugungsoptiken für die Lasermaterialbearbeitung widmet, auf den mit 5000 Euro dotierten ersten Platz. Der mit 2.500 Euro ausgestattete zweite Preis ging an das Projekt AssistSim, das sich mit Simulationen für die Automotive- und Logistikbranche befasst. Für die Entwicklung eines neuen Verfahrens, mit dem unterschiedliche Metallbleche mit Elektromagnetischer Pulstechnologie verschweißt werden, bekam das Projekt „Grundlagen und Mechanismen des EMPT-Schweißens" den 3. Platz (1.250 Euro).

Verliehen wurden die auf dem ersten „Hessischen Transferforum", zu dem mehr als 250 Teilnehmer in der IHK Frankfurt am Main zusammenkamen. Die Veranstaltung ist aus der Verbindung der Jahrestagung des TTN und des Partnertreffen von Hessen ModellProjekte entstanden. Die Ministerien für Wirtschaft und Wissenschaft bieten damit eine gemeinsame Informationsplattform zu aktuellen Trends in Forschung und Entwicklung sowie zum Technologietransfer. „Mit unserem Forschungsförderungsprogramm LOEWE haben wir beispielsweise ein ausgezeichnetes Instrument geschaffen, um exzellente Projekte von Wirtschaft und Wissenschaft zu unterstützen. Im Rahmen von LOEWE werden hessenweit allein in diesem Förderbereich fast 100 Projekte mit über 300 Partnern und einem Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro realisiert. Kooperationen von Wissenschaft und Unternehmen und die daraus hervorgehenden Innovationen sind die wichtigsten Triebfedern der künftigen Entwicklung unseres Landes", sagte Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann.

„Forschung ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für wirtschaftlichen Erfolg", sagte Wirtschaftsminister Posch. „Letztlich bedarf es der Umsetzung von Ideen in marktfähige Produkte und Verfahren. Von dieser Innovationskraft hängt unsere Wettbewerbsfähigkeit immer mehr ab. Darum ist die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft so wichtig, und darum fördern wir solche Kooperationen gezielt in kleinen und mittleren Unternehmen." 2010 habe das Land dafür 8,9 Millionen Euro aufgewendet, von 2011 bis 2013 stünden weitere 22,9 Millionen Euro bereit.

„Die ersten und zweiten Preisträger kommen aus der optischen Industrie und der IT - beides Zukunftstechnologien und Schlüsselbranchen für Hessen. Der dritte Preisträger hat wichtige Erkenntnisse erarbeitet, die für die Industrie von großem Interesse sind", sagte der Minister.

Beim Gewinnerprojekt DISMAT (Diffraktive Strahlformungsoptiken für die Lasermaterialbearbeitung) haben die Darmstädter Topag Lasertechnik GmbH zusammen mit GD Optical Competence GmbH (Sinn) und dem Institut für Mikrotechnologien (IMtech) der Hochschule RheinMain (Rüsselsheim) ein neuartiges Strahlformungskonzept sowie eine kostengünstige Glasprägetechnik realisiert. Zusammengefunden haben sich die Partner im Kompetenznetzwerk für optische Technologien Optence. „Die Förderung solcher Netzwerke ist ein wichtiger Bestandteil der hessischen Wirtschaftspolitik", erläuterte der Minister.

AssistSim erleichtert das Konzipieren und automatische Durchführen von Simulationsexperimenten, wie sie etwa in der Automobilindustrie gebräuchlich sind. Rund 18 Monate hat die Firma SimPlan AG aus Maintal gemeinsam mit den Kooperationspartnern Incontrol Enterprise Dynamics GmbH (Wiesbaden), UST Umweltsensortechnik GmbH (Geschwenda), der Münchner VDA-Arbeitsgruppe Ablaufsimulation sowie der Universität Kassel und der Goethe-Universität Frankfurt am Main daran gearbeitet. Dank der Mitwirkung der VDA Arbeitsgruppe als Anwender konnten die Ergebnisse laufend auf Praxistauglichkeit überprüft werden.

Bei der Weiterentwicklung des EMPT-Schweißens haben das Institut für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PTU) der TU Darmstadt, das Werkzeug- und Maschinenbau-Unternehmen LS Mechanik GmbH in Alsfeld und die Forschungsabteilung der PSTproducts GmbH in Alzenau ein komplexe Technologie für die Massenproduktion tauglich gemacht. „Schweißen" mit Hilfe der Elektromagnetischen Pulstechnologie ist ein spezielles Verfahren, in dem tubulare Formen unterschiedlicher Metalle ohne Wärme miteinander verbunden werden.

Seit 2003 verleiht das TTN-Hessen alle zwei Jahre den Hessischen Kooperationspreis. Ziel des Wettbewerbs ist es, die Erfolge der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft sowie von Unternehmen sichtbar zu machen und für Kooperationen zu ermuntern. Neue Produkte, innovative Verfahren und moderne Dienstleistungen sind das Ergebnis dieser F&E-Kooperationen. Gleichzeitig erhalten die beteiligten Partner Impulse für weitere Innovationen.

Nähere Informationen zu den Preisträgern des 5. Hessischen Kooperationspreises unter www.transferforum-hessen.de/.

Im TechnologieTransferNetzwerk Hessen (TTN-Hessen) sind die hessischen Hochschulen und führenden Wirtschaftsverbände zusammengeschlossen, um ihre Angebote zum Wissens- und Technologietransfer miteinander zu vernetzen. Mittelständische Unternehmen sollen so leichteren Zugang zum wissenschaftlichen und technologischen Potenzial sowie anwendungsorientierten Know-how der Wissenschaft erhalten. Das TTN-Hessen wird finanziell unterstützt durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die HA Hessen Agentur GmbH (Geschäftsstelle), die Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). (mk/hmwk)