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Hervorragende Leistungen würdige die IzS-Stiftung

Ingrid zu Solms Stiftung verleiht IzS-Wissenschaftspreise für Medizin und Naturwissenschaft                von Iris und Gert Schmidt

06.12.11 || altFRANKFURT (05. Dezember 2011) - In der Alten Aula der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt fand dieses Jahr Anfang. November zum neunten Mal in einer Feierstunde die Überreichung der IzS-Wissenschaftspreise (IzS = Ingrid zu Solms) an junge Wissenschaftlerinnen statt. IzS-Stiftungspräsidentin, Dr. Ingrid zu Solms-Wildenfels hieß die Preisträgerinnen, Redner und Gäste herzlich willkommen.

Den IzS Wissenschaftspreis für Medizin erhielt die Angstforscherin, Frau Prof. Dr. Dr. med. Katharina Domschke M.A. (USA) für ihre außergewöhnliche Grundlagenarbeit in der Medizin, veröffentlicht in der führenden Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry". Sie ist Oberärztin an der Klinik und Polyklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster. Sehr erfolgreich arbeitet sie im Bereich Angstforschung. Für ihre Dissertation zur Genetik von Angsterkrankungen und affektive Störungen wurde sie bereits mit dem Dissertationspreis der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ausgezeichnet. Angsterkrankungen gehören heutzutage zu den häufigsten psychischen Störungen, wobei Frauen bis etwa dreimal häufiger von Angsterkrankungen und Depressionen betroffen sind als Männer. Genetische Varianten in diesen Systemen scheinen das Erkrankungsrisiko über eine gestörte emotionale Reizverarbeitung in neuronationalen Netzwerken über eine erhöhte physiologische und kognitive Verwundbarkeit zu erhöhen.

altUnser Foto zeigt von v.l.n.r. Preisträgerinnen Dr. Cynthia M. Sharma und Prof. Dr. Dr. med. Katharina Domschke.

In der Kategorie Naturwissenschaften wurde der Wissenschaftspreis Frau Dr. Cynthia M. Sharma zuerkannt, deren Ergebnisse ihrer Doktorarbeit über die Regulierung der Eiweißsynthese bei pathogenen Bakterien, z.B. Helicobacter pylori oder Salmonellen, u. a. veröffentlicht in dem renommierten internationalen Wissenschaftsmagazin „Nature" Aufsehen und Anerkennung hervorrief. Ihre Untersuchungsobjekte konzentrierten sich sowohl auf Salmonellen, als auch auf Erreger von Magengeschwüren. RNA-Partikel können bei Bakterien nicht nur die Synthese eines bestimmten Eiweißes sondern auch andere Eiweiße kontrollieren. In ihrer Dissertation hat sie die molekularen Grundlagen für diese Wirkungsvielfalt durch geschickte Kombination von Experiment und bioinformatischer Analyse aufklären können. Nach ihrer Promotion am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie bei Prof. Dr. Jörg Vogel wurde Frau Dr. Sharma am Zentrum für Infektionsforschung (ZINF) der Universität Würzburg die Möglichkeit zur Etablierung einer eigenen Arbeitsgruppe zur Untersuchung von RNA-Regulationen bei Bakterien eingeräumt.

Beide Preisträgerinnen brachten Ihre Arbeitsbereiche dem Publikum in der voll besetzten Aula näher und bedankten sich aufrichtig für die erwiesenen Ehrungen.

Festveranstaltung in der Alten Aula der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. 4. v. lks. Präsidentin Dr. Ingrid zu Solms-Wildenfels.

Prof. Dr. Albrecht Encke und Prof. Dr. Anna Starzinki-Powitz erbrachten die Laudationes auf die Preisträgerinnen. Prof. Dr. Dr. Heike Allgayer, Vorsitzende der Fellows der IzS-Stiftung nahm die Preisverleihung vor. Grussworte erbrachten Prof. Dr. Lutz Bachmann der Goethe-Universität Frankfurt und Prof. Dr. Frank Nürnberger der medizinischen Fakultät der Goethe Universität. Festredner der feierlichen Veranstaltung war Prof. Dr. Dr. hc. mult. Harald zur Hausen, Nobelpreisträger für Medizin. Er referierte über das hochinteressante Thema „Krebs durch Infektionen" und stellte die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet vor. Von 1983 bis 2003 war er Vorsitzender und Wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstands des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und ist Editor-in-Chief des International Journal of Cancer.

Alle Beteiligten sorgten für einen würdigen Rahmen der Festveranstaltung unter Mitwirkung von Besma Belic-Gal, Komponistin und Pianistin, die ihre eigenen Kompositionen präsentierte. Beim anschließenden Empfang im Foyer der Alten Aula gab es reichlich Gelegenheit für Glückwünsche an die verdienten Preisträgerinnen und gemeinsame Gespräche mit den geladenen Gästen.

altKomponistin und Pianistin Besma Belic-Gal. Fotos: Iris Schmidt

Bei diesem Preis kooperierte die Ingrid zu Solms-Stiftung erstmals mit der Dr. Wolfgang und Sigrid Berner Stiftung, dadurch lässt sich die Förderung von Wissenschaftlerinnen und Kindern konstruktiv ergänzen und mit der diesjährigen Preisträgerin Frau Prof. Dr. Simone Fulda wird eine junge Medizinerin geehrt, die bereits 2003 den IzS-Wissenschaftspreis erhielt, so IzS-Stiftungspräsidentin Dr. Ingrid zu Solms-Wildenfels. Walter Rau, Vorstand der Berner Stiftung, lobte das gemeinsame Engagement der Partnerschaft, die über große Erfahrung bei der wissenschaftlichen Evaluierung in Projekten verfügt und somit auch für die Berner Stiftung auf dem Gebiet der Kinderkrebsforschung ganz im Sinne der Stifter Impulse setzt.

Die Ingrid zu Solms Stiftung wurde 1994 von der Internistin Dr. Ingrid zu Solms-Wildenfels ins Leben gerufen mit dem Ziel weibliche Eliten zu unterstützen, z.B. Frauen in der Wissenschaft, ihre kulturellen Leistungen auszuzeichnen, weltweit Kinder und Jugenderziehung zu fördern, Menschenrechte einzufordern und Völkerverständigungen anzuregen. Näheres auf der Webseite www.ingrid-zu-solms-stiftung.de und www.berner-stiftung.de.