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Alles für die Bildung - Seit neun Jahrzehnten macht sich der Didacta Verband für Bildung stark

Die Interessenvertretung der Bildungswirtschaft in Darmstadt feiert am 10. Juni ihren 90. Geburtstag - Interview mit dem Präsidenten Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis

01.06.10 || altDARMSTADT (01. Juni 2010) - Der Einsatz für bessere Bildungschancen sowie für qualitativ hochwertige Lehr- und Lernmittel und eine bedarfsgerechte Einrichtung und Ausstattung aller Lernorte ist heute aktueller denn je - angesichts knapper öffentlicher Kassen und anderer politischer Prioritäten kein leichtes Unterfangen. Dennoch, oder gerade deshalb, engagieren sich derzeit mehr als 215 Unternehmen und Organisationen im Didacta Verband für Qualitätsverbesserungen in der Bildung.

Erziehern, Lehrern, Ausbildern und Trainern ist der Name didacta vor allem von der weltweit größten Bildungsmesse bekannt, deren Träger der Didacta Verband ist. Von der ersten Messe, die 1951 in einer Schule in Langen durchgeführt wurde, bis heute ist das Interesse der Praxis ungebrochen. Im Gegenteil: Im Jubiläumsjahr startete die didacta in Köln mit der Rekordbesucherzahl von 109 000 so richtig durch. Gute Voraussetzungen, um optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Aus Anlass des 90-jährigen Bestehen des Didacta Verbandes - im nebenstehenden Bilderbogen ist die erste Messe zu sehen, eine weitere und die letzte in Köln - gibt das rmt-magazin.de ein Interview mit dem Präsidenten des Verbandes, Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis, wieder.


Herr Professor Fthenakis, wo steht der Didacta Verband an seinem 90. Geburtstag?

Fthenakis: Die Arbeit des Didacta Verbandes wurde stets von engagierten Fachleuten, zumeist Unternehmern, vorangetrieben. Als ich vor vier Jahren zum Präsidenten gewählt wurde, fand ich deshalb eine sehr gut aufgestellte Organisation vor, die insbesondere die wirtschaftlichen Interessen der Bildungswirtschaft wahrnahm. Dieses Ziel gilt auch heute noch. Doch gerade in jüngerer Zeit ist es uns gelungen, das Aufgabenspektrum des Didacta Verbandes zu erweitern. Kurz gesagt: Wir sind heute ein Bildungsverband, der sich wirtschaftlich, fachlich und politisch für mehr Qualität im Bildungssystem einsetzt - und gehört wird.

Welche Resonanz erfahren Sie am Markt?

Fthenakis: Der Didacta Verband befindet sich auf einem guten Weg, dem immer mehr Unternehmen und Organisationen folgen. Bereits jetzt hat der Verband mehr als 215 Mitglieder. Jährlich kommen weitere Unternehmen und Institutionen hinzu, und deshalb ist er ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, die erkannt hat, wie wichtig es ist, in Deutschland in die Bildung zu investieren.
Der aktuelle Erfolg manifestiert sich beispielsweise auch in den Zahlen der didacta 2010 in Köln: Rund 109 000 Besucher beweisen, dass die Erfahrung und die Expertise der Bildungswirtschaft in der Fachwelt höher als je zuvor geschätzt wird - und das nicht nur in Deutschland, denn die Arbeit, die unser Ausschuss didacta international leistet, wird ebenfalls immer stärker nachgefragt.

altWelche Perspektiven eröffnen sich daraus nach dem 90. Geburtstag?

Fthenakis: Nach einem 90. Geburtstag steckt man seine Ziele in der Regel etwas kurzfristiger - nicht so der Didacta Verband. Im Gegenteil, denn gerade mit dieser gewissen Reife und seiner Erfahrung kann er zuversichtlich in die Zukunft schauen. Dazu trägt natürlich bei, dass wir das Verbandsprofil weiterentwickelt und modernisiert haben. So bieten sich der Bildungswirtschaft insgesamt hervorragende Perspektiven.

Bitte nennen Sie uns ein Beispiel!

Fthenakis: Der Didacta Verband wird die Debatte über Verbesserungen im Bildungssystem mit eigenen Expertisen bereichern. Dazu werden wir das Wissen und die Kompetenzen der hier organisierten Bildungsexperten gezielt einsetzen, auch externe Fachleute einbeziehen und gemeinsam unsere Stimme erheben. Dabei möchten wir Lösungen aufzeigen, z.B. wie die nach wie vor vorhandenen sozialen Ungerechtigkeiten im Bildungssystem beseitigt werden können, wie die Übergänge im Bildungsverlauf so aufeinander abgestimmt werden können, dass kein Kind mehr auf der Strecke bleiben muss, oder wie moderne Curricula gestaltet werden müssen.

Welche weiteren Schwerpunkte werden Sie setzen?

Fthenakis: Der technische Fortschritt, das neue Lehren und Lernen mit digitalen und klassischen Medien, wird u.a. ein Schwerpunkt der Verbandsarbeit sein. Wir werden diese Entwicklung weiterhin kritisch konstruktiv begleiten. Ebenso werden wir uns der Frage widmen, wo Bildung in Zukunft stattfinden sollte, muss und wird - in welchen Räumen und Strukturen und mit welchen Inhalten.
Auf organisatorischer Ebene werden wir die Zusammenarbeit mit Wirtschafts- und Bildungsorganisationen sowie der Politik weiter verstärken. Synergieeffekte zu nutzen, ist sinnvoll, wie z.B. die Kooperationen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und den Lehrer- und Elternverbänden zeigen.
Einen besonderen Fokus legen wir auf die Zusammenarbeit mit dem VdS Bildungsmedien, mit dem wir gemeinsam die didacta tragen. Zusammen werden wir die Bildungsmesse weiterentwickeln. Dazu hat es gerade in den letzten Monaten vielversprechende Ansätze gegeben.

Sie erwähnten bereits den Ausschuss didacta international, der die große Zahl exportierender Firmen unterstützt. Welchen Wert hat die Bildung "Made in Germany"?

Fthenakis: In den vergangenen zwei Jahren hat die deutsche Bildungswirtschaft verstärkt Flagge gezeigt, vor allem in den arabischen Ländern und in Fernost. Die Erfahrungen, die wir bei Ausstellungen, Delegationsreisen und in bilateralen Gesprächen mit Bildungsverantwortlichen aus dem In- und Ausland gesammelt haben, zeigen eindeutig: Bildung "Made in Germany" ist gefragt, und unsere Mitglieder profitieren massiv von der internationalen Ausrichtung des Verbandes.
Hierbei können wir auf ein starkes internationales Netzwerk zählen, zu dem Partner gehören, wie z.B. die Goethe-Institute, die deutschen Auslandsschulen oder internationale Verbände und Messeveranstalter.
didacta international ist auch deshalb so erfolgreich, weil wir nicht nur Produkte präsentieren, sondern diese mit pädagogischen, didaktischen Konzepten unterstützen. Denn auch diese haben im Ausland einen guten Ruf.

Herr Professor Fthenakis, vielen Dank für dieses Gespräch. (tt/did)

Fotos: Didacta-Verband