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Kommen Elch, Wolf und Braunbär wieder zurück?

Wildwechsel macht sie zu Grenzgängern - Erinnerung an Bruno den Braunbären, an Kurti den Wolf und Knutschi den Elch           von Ralph Delhees

04.07.17 || altSCHWALBACH (04. Juli 2017) - Seitdem die Grenzen zu den Ländern Osteuropas offen sind kommen auch so manche bei uns ausgestorben geglaubte Wildtierarten wieder auf ihren natürlichen Wegen zurück. Der Elch ist, wie Wolf und Braunbär, eine Wildtierart die bei uns nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Grenzen zu Osteuropa ausgestorben war und in den vergangenen über zwei Jahrzehnten herrscht in den grenznahen Bereichen quasi wieder Wildwechsel. Sporadisch zurückgekommen ist der Elch - wie auch die anderen erwähnten Wildtierarten - in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg, Brandenburg und manchmal auch in Bayern. Die „Grenzgänger" kommen über Polen und Tschechien, wo kleinere Populationen leben. Das Logo zeigt das Verkehrsschild 142 "Vorsicht Wildwechsel"

Nachdem der Elch seit Kriegsende aus den hiesigen Wäldern verschwunden war, ist er - wie auch die anderen erwähnten Wildtierarten - nun wieder in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg, Brandenburg und manchmal in Bayern anzutreffen. Die „Grenzgänger" kommen über Polen und Tschechien, wo kleinere Populationen leben. Hervorragende Lebensbedingungen für sie sind dünnbesiedelte Regionen, Feuchtwiesen und Moorwäldern, so mancher Elch, Wolf und Braunbär hat ist aber auch in der Nähe von menschlichen Siedlungen aufgetaucht und hat beträchtliche Schäden angerichtet.

„Bruno" war der Letzte


altDer Teddy ist bei Kindern ein Begleiter fürs Leben und als Wappentier wird der Bär in vielen Städten, Regionen und Ländern seit Jahrhunderten benutzt .Kleine Bären sind knuddelig, aber vor den Großen hat jedermann Angst. Nordamerikareisenden rät man mit einem Glöckchen durch die Wälder zu gehen um Bären auf die Flucht zu schicken. Ein Jahr nachdem der Naturschutzbund Deutschland (NABU) den Braunbären zum Wildtier des Jahres 2005 erklärt hatte kam nach gut 170 Jahren 2006 aus Italien der erste Braunbär wieder nach Deutschland zurück. Ganz Bayern stand Kopf, denn Bruno - Kürzel JJ1 -, so wurde er liebevoll genannt, sorgte über Wochen für viel Aufruhr. Nach fast fünf Wochen wurde, der wenig menschenscheu Bruno, erschossen. Vorerst der letzte Braunbär in Deutschland. „M13" wurde im österreichisch-deutschen Grenzland um Ostern 2012 gesehen, mehr weiß man allerdings nicht. Die Bilder zeigen den europäischen Braunbär. Foto: wikipsdia enzyklopädie

Kurti hielt die Bevölkerung in Atem


altBekannt ist, dass die Wolfspopulationen in Europa wachsen und sich wieder ausbreiten. Aber nicht nur Bayern - Oberbayern mit dem Fichtelgebirge und das Nürnberger Land - sind betroffen und werden als Wolfserwartungsland bezeichnet, sondern bis ins Rheinland und rauf zur Nordsee sind die Einzelgänger immer wieder anzutreffen, wie auch im deutsch-polnischen Grenzebereich. Der Wolf hat sich nach 160 Jahren, aus Polen kommend, seit der Jahrtausendwende über Brandenburg und Sachsen abgebreitet, er verursacht große Sorgen bei Landwirten und bei der Bevölkerung. Bisher sind keine Angriffe von Wölfen auf Menschen bekannt. In Niedersachsen hielt sich um Frühjahr 2016, der als bedrohlich eingestufte „Problemwolf" mit dem Namen Kurti die Bevölkerung in Atem. Wie auch Bruno wurde er mit einer Sondergenehmigung erschossen, den die etwa 30 Kilogramm schweren Tiere sind in Deutschland streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden. Für den Wolf gibt es sogar „Einen Tag des Wolfes", jedes Jahr ruft der NABU den „Tag des Wolfes" am 30. April aus. Foto: Pixabay

Elch kam in Dresden ins Büro


In den vergangenen zehn Jahren war so manche Schlagzeile zu lesen, die da z.B. lauteten: „Achtung, Gegenverkehr! Der Elch kehrt nach Deutschland zurück", „Einsame Elchkuh irrt durch Sachsen-Anhalt" oder „Der Elch - bald wieder in Deutschland heimisch", „Werden Elche bald wieder sesshaft in Deutschland". Dies könnte der man meinen, denn der Elche war das „Wildtier des Jahres 2007". Mit dem Elch wählte die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild nach dem Wolf und dem Braunbären abermals eine Art zum Wildtier des Jahres, die auf natürlichem Wege nach Deutschland zurückkehrt ist. Die großen Tiere wandern aus Polen und Tschechien ein und sind u.a. da und dort in den Wäldern von Brandenburg und manchmal auch in Bayern anzutreffen.

altVor fast genau einem Jahr irrte eine Elchkuh durch Sachsen-Anhalt, südlich von Wittenberg war das Tier gesehen und gefilmt worden, als es über eine Straße ging und ruhig auf ein Feld gelaufen war. Die zuständige Jagdbehörde im Landkreis Wittenberg wurde überrascht und konnte es kaum glauben. „Das ist ein absolut seltenes Phänomen", sagt Mitarbeiterin und meinte: „Wir lassen ihn in Ruhe durchziehen".

In den letzten Jahren wurden Elche immer wieder gesichtet. Bereits 2008 wurde im Kreis Wittenberg ein Jungbulle gesichtet und im August 2014 wurde der „Büroelch" mit einem Peilsender ausgestattet, nachdem er sich in einem Bürohaus in Dresden verirrt hatte. Derzeit soll er sich in Polen aufhalten. Der Elch nit seinen gewaltigen Schufeln. Foto: Karl-Heinz Stier

Über ein Jahr lang sorgte Knutschi für Aufsehen


Für großes Aufsehen sorgte ein vermutlich aus Polen zugewanderter Jungbulle ab September 2008, der erstmals im Raum Görlitz auftauchte. Er durchstreifte die Sächsische Schweiz und das Erzgebirge. Hier überwinterte er dann auch und erst im August 2009 tauchte er wieder auf in Chemnitz. Ab jetzt wurden die Behörden auf ihn aufmerksam, denn auf der Flucht vor der Polizei übersprang er einen 1,50 Meter hohen Zaun und setzte seinen Streifzug von Sachsen nach Hessen fort. Mittlerweile hatte der Jungbulle auch seinen Namen weg, er wurde der „Knutschi". In der Nähe von Kassel stellte die Polizei den 320 Kilogramm schweren „Knutschi", der der Autobahn A7 gefährlich nahe kam, und betäubte ihn. Er wurde in den Reinhardswald bei Kassel gebracht wo Ende September aus ungeklärter Ursache verendete.

altKnutschi ist kein Einzelfall. Immer wieder zieht es wandernde Elche, die pro Tag bis zu 50 Kilometer laufen, aus Osteuropa nach Deutschland. Die Elche, die vor allem in Skandinavien und auch - wie schon erwähnt - in kleineren Populationen in Polen und Tschechien heimisch sind, gehören zu den Großhirschen und sie dürfen nicht gejagt werden. Die Bullen tragen ein markantes Geweih und sind meist Einzelgänger. Sie meiden den Kontakt mit den Menschen und sind so gesehen geht von ihnen auch keine Gefahr für den Menschen aus, außer sie werden in einen Autounfall verwickelt, der aber nicht schlimmer wie mit einem Hirsch ausfällt. Im Land Brandenburg starb 2012 ein Elch, der auf einer Autobahn angefahren worden war. Foto: Pixabay

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