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Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld lobt neues Projekt

Seniorenagentur hat doppelten Nutzen für Frankfurter Bürgerinnen und Bürger

12.04.12 || altFRANKFURT (11. April 2012) - „Der Bedarf an haushaltsnahen Dienstleistungen für Seniorinnen und Senioren wird weiter steigen", prognostizierte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld heute kürzlich bei der Fachveranstaltung zum Auftakt der neuen Seniorenagentur der GFFB. Angesichts der Entwicklung lobte die Stadträtin das Projekt, das die etablierte Beschäftigungsgesellschaft in enger Kooperation mit dem Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe auf den Weg gebracht hat. Ziel ist es, Langzeitarbeitslose im Bereich der hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und der Pflege an den Arbeitsmarkt heranzuführen.

Die Sozialdezernentin freut sich über den doppelten Nutzen des Projekts: „Wir haben auf der einen Seite immer mehr ältere Bürgerinnen und Bürger, die Unterstützung brauchen oder pflegebedürftig sind, auf der anderen Seite langzeitarbeitslose Bürgerinnen und Bürger, die eine berufliche Perspektive suchen - die Seniorenagentur dient beiden Interessen." Deshalb unterstützt Birkenfeld das Projekt nicht nur mit städtischen Mitteln zur Beschäftigungsförderung, sondern auch über Jobcenter Frankfurt, die gemeinsame Einrichtung von Stadt und Agentur für Arbeit Frankfurt, und als Vorsitzende des Frankfurter Verbands für Alten- und Behindertenhilfe.

„Um in die Fläche gehen zu können, bieten sich die Begegnungs- und Servicezentren des Frankfurter Verbands in den Stadtteilen an", so die Stadträtin. Dort bietet der Verein Seniorinnen und Senioren ein vielfältiges Freizeitprogramm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Maßnahmen der Seniorenagentur führen zunächst Gespräche und Interviews mit den Seniorinnen und Senioren in den Stadtteilen, erfassen deren Interessen und bieten aktiv Unterstützung an. Gemeinsam mit dem Frankfurter Verband wird dann das Angebotsspektrum in den Stadtteilen bedarfsgerecht weiterentwickelt.

Ebenfalls eingebunden sind die Nassauischen Heimstätten, bei denen einige Service- und Begegnungszentren angesiedelt sind. „Eine breite Vernetzung und Verzahnung in der Altenhilfe ist sinnvoll, um Versorgungslücken und Doppelstrukturen geleichermaßen zu erkennen und abzubauen", sagte Birkenfeld. Die Dezernentin erwartet sich von dem Projekt wichtige Impulse für die Altenhilfe: „Die GFFB und ihre Partner greifen mit der Seniorenagentur zentrale Herausforderungen unserer Zeit auf."

Nach den jüngsten Erhebungen des Hessischen Statistischen Landesamtes erhielten Ende 2009 mehr als 16.700 Frankfurterinnen und Frankfurter Leistungen aus der Pflegeversicherung. Etwa die Hälfte der Pflegebedürftigen (8.128) wird von Angehörigen oder Freunden und Bekannten versorgt. Ein gutes Viertel (4.722) griff ausschließlich oder zusätzlich auf die Unterstützung von ambulanten Pflegediensten zurück. Ein knappes Viertel (3.922) lebte in einem Altenpflegeheim. Insgesamt gab es in Frankfurt 2009 fast 22 Prozent mehr Pflegebedürftige als noch im Jahr 2001.

Auch in den kommenden Jahren werden diese Zahlen steigen. Das Bürgeramt Statistik und Wahlen hat 2011 eine Hochrechnung auf Grundlage der demographischen Entwicklung herausgegeben. Demnach ist davon auszugehen, dass im Jahr 2020 bereits mehr als 9.700 Frankfurterinnen und Frankfurter auf ambulante oder stationäre Pflege angewiesen sein werden (5.252 ambulant + 4.490 stationär). Das sind noch einmal rund 1.000 Personen oder elf Prozent mehr als bei der jüngsten Erhebung von 2009.

Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Goethe-Universität Frankfurt geht von ähnlichen Zahlen aus und hat daraus allein einen zusätzlichen Bedarf an Pflegefachkräften von 350 Vollzeitstellen in Frankfurt errechnet. „Das ist eine enorme Zahl, zumal es schon jetzt schwierig ist, genügend Fachpersonal zu finden", sagte die Seniorendezernentin. Der Frankfurter Verband braucht zurzeit beispielsweise rund 30 neue Altenpfleger pro Jahr, um Abgänge zu kompensieren.(pia)