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mehr dazu02.01.12 ||
WIESBADEN (02. Januar 2012) - Ab Februar 2012 wird das Arbeitsmarktprojekt „Wohnbetreuer" für weitere zwei Jahre fortgesetzt. Zu den bisherigen Gebieten im Weidenborn und Riederberg,
wird auch Kostheim in die Versorgung aufgenommen, da die Serviceleistungen von den Anwohnern im Weidenborn und Riederberg rege genutzt wurden. Besonders erfreulich dabei ist, dass bisher mehrere
Teilnehmer einen festen Arbeitsplatz gefunden haben.
Zurzeit bieten sieben Wohnbetreuer älteren Menschen Zuhause Hilfe und Unterstützung im Alltag. Die Betreuer sind in ausgewählten Wohngebieten der Gemeinnützigen Wiesbadener Wohnbaugesellschaft
(GWW) unterwegs. Mit dem Projekt erhalten weitere ältere Arbeitsuchende einen Arbeitsplatz und die Chance auf eine weitere Folgebeschäftigung. Sie können nun auch mehr Mietern Hilfe im Alltag
anbieten. Die „Wohnbetreuer" gehen den Mietern der GWW tatkräftig zur Hand, beispielsweise wenn eine Glühbirne ausgewechselt werden muss oder wenn kleinere Hilfestellungen erforderlich sind. Dazu
zählt auch die Hilfe bei Umzügen oder die Begleitung bei einem Arztbesuch.
An diesem Arbeitsmarktprojekt sind die GWW, die EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH und die Beschäftigungsförderung im Wirtschaftsdezernat der Landeshauptstadt Wiesbaden beteiligt.
„Das intensive Zusammenwirken der drei Partner macht es möglich, vor allem ältere Arbeitsuchende in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen und ihnen eine realistische Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen" erläutert Stadtrat Detlev Bendel und setzt fort: „Kernstück des Projektes ist es, Serviceangebote zu entwickeln, die so am Markt nicht verfügbar sind. Uns ist auch wichtig, dass ein Vertrauensverhältnis zu den Mietern entsteht, damit diese die Leistungen auch in Anspruch nehmen."
Während der Tätigkeit werden die Wohnbetreuer unterstützt, qualifiziert und durch ein professionelles Vermittlungscoaching werden Folgestellen gesucht.
„Die Wohnbetreuer leisten einen wertvollen Beitrag dafür, dass sich die älteren Mieter in unseren Wohnungen wohl fühlen und ihre Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten bleibt", ergänzt
Berthold Bogner, Leiter des GWW-Geschäftsbereichs „LuWiA - Leben und Wohnen im Alter".
Zwei frühere Teilnehmerinnen des Wohnbetreuerprojekts sind seit Mitte 2011 in Festanstellungen im Pflegebereich vermittelt. Marion Fischer, ehemalige Teilnehmerin, wäre ohne das Projekt wahrscheinlich nicht in den Bereich Pflege und Senioren gewechselt, sagt sie. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß. Man hat am Ende des Tages das Gefühl etwas Sinnvolles getan zu haben. Das Projekt hat mir den Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtert. Es ist einfacher sich aus einer Beschäftigung - auch aus einem Projekt - zu bewerben als aus der Arbeitslosigkeit."
Die Teilnahme bietet den Wohnbetreuern die Möglichkeit herauszufinden, ob sie für eine Arbeit in Pflege und Hauswirtschaft geeignet sind. Zusätzlich muss auch auf die Bedürfnisse der einzelnen Rücksicht genommen werden. Die während der Projektzeit bereits absolvierte Qualifizierung erleichtert zudem den Arbeitseinstieg.
„Wohnbetreuer" wurde in 2008 zunächst im GWW Wohngebiet Weidenborn gestartet und fand nach einer Anlaufphase bei den Mietern hohe Resonanz. In 2010 wurde auf das Wohngebiet Riederberg ausgeweitet, ab
2012 kommt nun noch das Wohngebiet Kostheim hinzu. Die Projektlaufzeit ist jeweils auf zwei Jahre ausgelegt.
Da die Wohngebiete ausgeweitet wurden, werden im neuen Projekt auch mehr Wohnbetreuer tätig werden. Ab 15. Februar werden sechs neue Wohnbetreuer, die einen intensiven Zuweisungs-, Auswahl- und Qualifizierungsprozess durchlaufen haben, für zwei Jahre sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Arbeitgeber ist der Kooperationspartner EVIM) und tariflich entlohnt.
Nach einer Anlaufzeit von etwa einem Jahr werden alle Wohnbetreuer zusätzlich unterstützt, eine Folgebeschäftigung zu finden. Dies entspricht dem Ziel, Menschen ohne Beschäftigung, insbesondere auch über 50-Jährige, wieder in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung am allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Die Tätigkeit als Wohnbetreuer dient gleichzeitig als Brücke in eine Folgebeschäftigung, beispielsweise im Pflegebereich oder in Hausmeistertätigkeiten.
Die bisherigen Kooperationspartner GWW, EVIM und LHW arbeiten weiter zusammen. Die Zuweisungen möglicher Wohnbetreuer erfolgen durch die Kommunale Arbeitsvermittlung. Die Finanzierung erfolgt durch die GWW (Sachkosten), die LHW (Personalkosten, Kosten für Auswahl und Qualifizierung), in geringerem Umfang wird aus Eingliederungszuschüssen sowie aus den Leistungsentgelten gegenfinanziert.
Seit 2010 werden Teile der Leistungen wie etwa regelmäßige Reinigungsdienste oder Einkaufsdienste zu geringen Entgelten angeboten. Ab 2012 werden den GWW-Mietern über 60 Jahre oder mit anerkannter Schwerbehinderung weiterhin kostenpflichtige und kostenfreie Leistungen angeboten. Neu ist ein Servicepaket, dass aus Refinanzierungsgründen auch allen anderen GWW-Mietern in den benannten Wohngebieten Leistungen der Wohnbetreuer kostenpflichtig angeboten werden. (hb/lhwi)
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