Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

RegionalÜberregional › Goetheturm wurde Opfer der Flammen - Wiederaufbaut von allen Seiten versprochen

Goetheturm wurde Opfer der Flammen - Wiederaufbaut von allen Seiten versprochen

Viele Erinnerungen rangen sich um den hölzernen Turm in Stadtwald - Stadt Frankfurt startet Spendenaktion für ihr abgebranntes Wahrzeichen -  „Wo sollen wir uns künftig im Stadtwald verabreden, wenn nicht „Am Goetheturm"?"           von Ralph Delhees

12.10.17 || altFRANKFURT (12. Oktober 2017) - Kindheitserinnerungen an Sonntagsausflüge mit den Eltern werden wach, als es zum Spaziergang in den Stadtwald zum Goetheturm ging um hier den Turm zubesteigen und über Frankfurt zusehen und anschließend war der Spielplatz angesagt mit seiner großen Rutschbahn. Die Rutschbahn gibt es schon lange nicht mehr und seit heute in den frühen Morgenstunden auch den Goetheturm, Frankfurts Wahrzeichen das Pflichtbesuch von Kindergärten- und Schulausflügen, Wander- und Radfahrgruppen war und um den im Dezember ein kleiner Weihnachtsmarkt einlud, auch nicht mehr. Der Goetheturm wurde ein Opfer der Flammen und brannte bis auf die Stützmauer der Holzkonstruktion ab. Bei der Zentralen Leitstelle der Feuerwehr ging um 3.17 Uhr einer der über 30 Notruf ein, dass der Goetheturm in Flammen stehe bereits eine Minute später waren die ersten Löschzüge unterwegs und bevor der Einsatzkräfte vor Ort waren wurde über Funk die Aussichtslosigkeit eines Rettungsangriffes geschildert, da der Turm in total in Flammen stand. Ein Großaufgebot von 60 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr und der drei Freiwilligen Feuerwehren Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad waren am Einsatz beteiligt und haben durch das durch ihr schnelles und professionelles Handeln ein Ausbreiten des Brandes und damit noch Schlimmeres verhindert. Vermutet wird Brandstiftung und das das mit Teerölen imprägnierte Holz, das beim Bau Anfang der 1930er Jahre verwendet wurde, sicherlich das Feuer beschleunigte. Das rechte Bild zeigt was noch übrig ist vom Goetheturm. - Sockel und verkohlte Hölzer und links im Bild der Goetheturm am 02. Dezember 2012, als an seinem Fuss der Weihnachtsmarkt stattfand.

„Wo sollen wir uns künftig im Stadtwald verabreden, wenn nicht „Am Goetheturm"?"


Von allen Seiten der politisch Verantwortlichen in der Stadt wurde ein Neuaufbau des Goetheturmes bekundet. Christian Becker, Stadtverordneter und Ortsvorsteher von Sachsenhausen, traf die richtigen Worte: „Der Goetheturm ist nicht nur eine einmalige Landmarke und ein Wahrzeichen für Sachsenhausen und ganz Frankfurt. Mit dem Aussichtsturm sind vielmehr für viele Frankfurter schöne und unvergessliche Erinnerungen verbunden, so dass man mit Fug und Recht sagen kann: Der Goetheturm ist ein Stück unseres eigenen Lebens. Der Turm muss daher schnell wieder aufgebaut werden". Und augenzwinkernd füge, der CDU-Politiker einen weiteren Grund für den Wiederaufbau an hinzut: „Wo sollen wir uns künftig im Stadtwald verabreden, wenn nicht „Am Goetheturm"?"

altPressekonferenz vor dem abgebrannten Goetheturm am Mittag. Unser Bild zeigt von links die Magistratsmitglieder Stadtrat Schneider (mit Bart),Stadträtin Heilig, dahinter , Stadtrat Frank, Oberbügermeister Peter Feldmann und Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel

„Bei ihrem Eintreffen um 3.24 Uhr habe", so Feuerwehrdezernent Markus Frank, „der Turm schon wie eine Fackel gebrannt" und es wurde ein kontrolliertes Abbrennen des Turmes veranlass, damit das Feuer nicht auf den Stadtwald und die unmittelbare angrenzende Gastronomie übergreift. Dies ist auch gelungen. Gegen 5 Uhr brach der Goetheturm in den Flammen zusammen. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Nachmittagsstunden an, da immer wieder kleinere Brandnester ausbrachen. Feuerwehrdezernent Frank brach den Einsatzkräften noch vor Ort den Dank der Stadt für ihr überaus umsichtiges Agieren aus.

Der dritte mysteriöse Brand in diesem Jahr


Der 1932 zum 100. Todestag von Johann Wolfgang von Goethe errichtete 43 Meter hohe Holzturm, der zu einem der höchsten Holztürme in Deutschland zählte, war erst 2014 mit einem Millionenaufwand saniert worden. ging gegen 3 Uhr in Flammen auf und konnte von der Feuerwehr nicht mehr gerettet werden. In der Nacht zum 1. Mai 2017 war bereits der hölzerne Morgentau-Pavillon im Koreanischen Garten abgebrannt, einen Monat später traf es den Wasserpavillon im Chinesischen Garten im Bethmannpark.

altDie Feuerwehr beim Löschen von immer wieder aufflammenden Brandnestern

OB Feldmann: „ Wir werden die volle Härte zeigen"


Mitten ins Herz ist vielen Bürgern die Nachricht, durch Radio und Fernsehen verbreitet, vom Verlust des Frankfurter Wahrzeichens gegangen und Unverständnis und Kopfschütteln waren die ersten Reaktionen. Mit Wut und Entschlossenheit reagierte auch Oberbürgermeister Feldmann auf die Nachricht: „Wenn sich ein Verdacht der Brandstiftung erhärten sollte, dass Kriminelle in unserer Stadt ein Wahrzeichen wie den Goetheturm niederbrennen, werden wir die volle Härte zeigen, unsere Polizei die Täter verfolgen und zur Rechenschaft ziehen. Ich werde alles daran setzen, den Goetheturm schnellstmöglich wieder aufzubauen."
Für Feldmann ist klar: „Am heutigen Morgen haben mich viele Menschen und Initiativen erreicht, die sich für den Wiederaufbau engagieren wollen. Menschen und Initiativen, die erneut den Zusammenhalt unserer Stadt deutlich machen und mich mit Stolz erfüllen. Ich nenne beispielhaft die Handwerkskammer, die Bild Zeitung, die Nassauische Sparkasse, unsere Eintracht, die Frankfurter Sparkasse, die Stadion Betreiber Gesellschaft, Ball Communication und viele mehr."

Umweltdezernentin Heilig: „Ein Albtraum" - „...das feste Versprechen, dass wir ihnen auch den Turm wieder zurückgeben"


Für Umweltdezernentin Rosemarie Heilig war es wie ein Albtraum, als sie mitten in der Nacht vom Brand erfuhr. Sie dankte der Feuerwehr, die den Turm selbst zwar nicht mehr retten konnte, doch den starken Funkenflug unterband und so einen Waldbrand verhinderte. Die benachbarte Gaststätte Goetheruh und der Waldspielplatz können wahrscheinlich schon am Wochenende wieder geöffnet werden. „Ich gebe allen Freundinnen und Freunden des Goetheturms das feste Versprechen, dass wir ihnen auch den Turm wieder zurückgeben."

altDer Wald, Spielplatz und die Gaststätte (links im Bild) wurden durch den gezielten Einsatz der Feuerwehren nicht in Mitleidenschaft gezogen

Der Goetheturm ein Stück Heimat


Baudezernent Jan Schneider will nun mit der Bauaufsicht klären, ob ein originalgetreuer Wiederaufbau nach heutigen Standards noch genehmigt werden könnte. „Wünschenswert ist ein Wiederaufbau nach den alten Plänen zweifellos, ob er auch genehmigungsfähig wäre, muss nun geprüft werden", sagte Schneider. Dabei sprach er auch an, dass durch die heutigen Bauvorschriften sicherlich der Goetheturm nicht mehr in seiner bisherigen Gestalt errichtet werden könne und führte dabei auch das veränderte Aussehen des heutigen Henninger-Turmes an. Auch an einen Metallskelettbau könnte eventuell gedacht werden, der einem Feuer standhalten könnte.

Frankfurt hat ein Wahrzeichen verloren. Fotos (6): © Ralph Delhees

Diese Frage wird die Frankfurter sicher noch stark bewegen, denn mit dem Holzturm im Stadtwald verbinden viele sehr persönliche Erinnerungen, so Schneider der an Ausflüge in der Kindheit oder an den ersten Kuss am und auf dem Goetheturm erinnerte. „Der Goetheturm ist auch für uns ein Stück Heimat", sagte Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel. Auch er sieht in seiner Bevölkerung eine große Spendenbereitschaft.

Spontane Spendenkonten für den Wiederaufbau im bürgerschaftlichen Sinne



Die Nassauische Sparkasse und die Frankfurter Sparkasse haben kurzfristig Spendenkonten eingerichtet, um den Wiederaufbau im bürgerschaftlichen Sinne zu unterstützen.

Spenden können auf die Konten DE 46 5105 0015 0140 3028 60, BIC NASS DE 55 XXX, Inhaber Stadt Frankfurt, mit dem Stichwort Goetheturm bei der Nassauischen Sparkasse eingezahlt werden,

oder bei der Frankfurter Sparkasse auf DE55 5005 0201 0200 6525 75, BIC HELADEF1822, Kontoinhaber Spendenkonto Frankfurter Sparkasse, Stichwort Wiederaufbau Goetheturm.

Ins Visier genommen:

Überregional Alle anzeigen