In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
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NEU-ANSPACH (10. Januar 2012) - Die Museumssaison 2011 begann im Freilichtmuseum Hessenpark mit einer Reihe von Höhepunkten: Das neu eingerichtete „Posthaus" aus Ahlbach, die grundlegend
überarbeite Ausstellung „Trachten tragen" im Haus Bamberger, der Hartig-Walderlebnispfad, das Bienenhaus aus Mammolshain und die große Verbundausstellung „Süße Verlockung" wurden im Frühjahr in enger
Taktfolge eröffnet und sämtlich gut angenommen. Der fulminante Saisonstart stimmte die Besucher auf ein spannendes Museumsjahr ein und legte den Grundstein für die positive Entwicklung der
Besucherzahlen. Im Jahr 2011 konnte das Freilichtmuseum Hessenpark rund 184.500 Besucher hinter der Museumskasse verzeichnen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr mit 178.000 Besuchern eine leichte
Steigerung von 3,5 %. „Angesichts des verregneten Sommers sind wir mit der positiven Entwicklung unserer Besucherzahlen sehr zufrieden", erklärt Jens Scheller, Geschäftsführer des Freilichtmuseums
Hessenpark.
Schaut man sich die Statistik des Freilichtmuseums genauer an, fällt auf, dass die Zahl der behinderten Besucher im Vergleich zum Vorjahr um 24 % gestiegen ist. Zurückzuführen ist der Besucher-Anstieg unter anderem auf die verbesserten Wegepläne für Rollstuhlfahrer, die seit Frühjahr 2011 im Kassenbereich ausliegen. Hier sind alle geeigneten Wege und Einrichtungen wie zum Beispiel das barrierefreie Ausstellungsgebäude aus Asterode klar kenntlich gemacht. Auch die Schenke aus Remsfeld, deren Eröffnung für 2014 geplant ist, wird mit einem Aufzug ausgestattet und dadurch frei zugänglich sein. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten im Freilichtmuseum sind allerdings nicht alle Angebote für gehbehinderte Besucher nutzbar. Mitverantwortlich für den Zuwachs an behinderten Besuchern ist darüber hinaus die 2011 ausgeweitete Kooperation mit den Oberurseler Werkstätten, in deren Rahmen eine Gruppe von acht behinderten Mitarbeitern im Freilichtmuseum beschäftigt ist.
Das Veranstaltungsprogramm war 2011 bunt und vielseitig. Sehr gut besucht waren die traditionellen Veranstaltungen wie der Treckertreff oder das beliebte Ernte- und Apfelfest, das aufgrund des Feiertags am 3. Oktober diesmal einen Tag länger gefeiert werden konnte. Auch die übrigen Feiertage zu Ostern, Pfingsten oder Fronleichnam nutzen viele für einen Museumsbesuch. Themenveranstaltungen wie der Märchen- und der Handwerkertag oder Marktveranstaltungen wie zum Beispiel die beliebten Pflanzenmärkte konnten jeweils tausende Besucher ins Museum ziehen.
Regelmäßig im Freilichtmuseum zu sehen sind Sonderausstellungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. In diesem Jahr wurden unter anderem die Fotoausstellungen „Makro und Landschaftsfotografien aus dem Taunus" von Jasper M. Fuchs und Jens Richter, „Eigensinn und Luntenzündung - Landmaschinen Marke Eigenbau aus der DDR von Bernd Hiepe und Erasmus Schröter und die Ausstellung zum Licher Fotopreis gezeigt. Die Museumsbesucher haben diese Zusatzangebote sehr gerne angenommen.
Die 2007 begonnenen Sanierungsmaßnahmen wurden 2011 in einem besucher-verträglichen Maß weitergeführt. Zwar kam es aufgrund von finanziellen Engpässen und Abstimmungsproblemen zu Verzögerungen, im Jahresverlauf jedoch machten die Arbeiten sichtbare Fortschritte. Im September konnte das „Gemäldehaus" aus Gemünden/Wohra nach erfolgreicher Sanierung wieder in Besitz genommen werden, 2012 wird eine Reihe weiterer Gebäude folgen. Um die Besucher am Sanierungs-prozess teilhaben zu lassen, sind die öffentlichen Sanierungsführungen und die Fachseminare in Kooperation mit der Denkmalakademie inzwischen zu einem festen Bestandteil des Museumsangebots geworden. „Die Bauunterhaltung und Sanierung ist eine Daueraufgabe, der wir uns mit großer Sorgfalt stellen", erklärt Geschäftsführer Jens Scheller. „Wir haben die Pflege- und Wartungspläne für die Gebäude optimiert und führen regelmäßig Begehungen durch, um Dachrinnen und Holzverbindungen zu kontrollieren und etwaigen Schädlingsbefall aufzudecken."
Ebenso große Aufmerksamkeit wie den Gebäuden widmet das Freilichtmuseum der fast 200.000 Objekte zählenden Museumssammlung. Über dreißig Jahre lang war der Großteil dieser Objekte auf über 50 Dachböden, Kellern und Abseiten der historischen Gebäude auf dem Museumsgelände eingelagert. Seit der Fertigstellung des neuen Zentralmagazins werden die Objekte nun nach und nach gemäß ihren Bedürfnissen magaziniert. Die Arbeiten sind 2011 so weit vorangeschritten, dass die Besucher ab März 2012 im Rahmen von öffentlichen Depotführungen Einblicke ins Museumsdepot erhalten.
Räumliche Veränderungen gab es im Bereich der Museumsinformation. Seit 2011 findet sich diese wichtige Anlaufstelle ganz zentral auf dem Marktplatz. Hier können sich Besucher über Museumsangebote und Möglichkeiten der ehrenamtlichen Mitarbeit informieren sowie Führungen, Kindergeburtstage und Projekte buchen. Auch die Geschäftsstelle des Förderkreises Freilichtmuseum Hessenpark e.V. ist dort anzutreffen und steht allen Mitgliedern und Interessenten mit Rat und Tat zur Seite.
Ein wichtiger Meilenstein für die Museumsarbeit ist das im Juni 2011 beschlossene Leitbild. Unter reger Beteiligung der Mitarbeiter entstanden, wird es Orientierung für die Entwicklung der nächsten Jahre geben und als Grundlage für die Erarbeitung von detaillierten Fachkonzepten dienen. Die Umsetzung des Leitbilds hat in der zweiten Jahreshälfte begonnen und manifestiert sich an einigen Stellen bereits für die Besucher: So hat zum Beispiel eine Reihe historischer Nutztierrassen 2011 eine neue Heimat im Freilichtmuseum gefunden. Diese Entwicklung wird im Rahmen des neuen landwirtschaftlichen Fachkonzepts, das im Dezember 2011 beschlossen wurde, fortgesetzt.
Ein zentrales Thema im Jahr 2011 war der Ausbau von Kooperationen und Partnerschaften. „Wie im Leitbild festgeschrieben, knüpfen wir im gegenseitigen Nutzen mit verwandten Museen, befreundeten wissenschaftlichen Institutionen und Universitäten ein regionales und nationales Netzwerk", erläutert Jens Scheller. „So werden Synergien freigesetzt, die die Qualität und das breite Spektrum unserer Arbeit fördern." Die Erfolgsbilanz von 2011: In Zusammenarbeit mit den „Oberurseler Werkstätten" beschäftigt das Freilichtmuseum eine Gruppe von acht behinderten Mitarbeitern in einer Vielzahl von Betätigungsfeldern (von Reinigungsaufgaben über Veranstaltungsvorbereitungen bis hin zur Grün- und Tierpflege). Diese Zusammenarbeit hat allen Beteiligten viel Freude bereitet und wird 2012 fortgesetzt. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und der Landesbetrieb „Hessen-Forst" wirken mit bei der Betreuung des Hartig-Walderlebnispfads. Beim Imkerhaus aus Mammolshain unterstützt das Oberurseler „Institut für Bienenkunde", vor allem aber der Neu-Anspacher Imkerverein mit regelmäßigen Führungen. Gemeinsam mit dem Besucherbergwerk „Grube Fortuna" ist die Einrichtung eines Schaustollens zur Darstellung der Geschichte des Bergbaus auf dem Gebiet Hessens geplant. Und in Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt zeigt das Freilichtmuseum eine Sonderausstellung mit eindrucksvollen Fotos zum jüdischen Alltagsleben vor dem Holocaust, die im Juni 2012 eröffnet wird.
„Insgesamt blicken wir sehr positiv auf das vergangene Jahr zurück", fasst Jens Scheller zusammen. „Es ist uns gelungen, schlummernde Potenziale im Museum zu erschließen, neue und wieder gewonnene Attraktionen zu präsentieren und damit viele Menschen an unser Museum zu binden." Besonders erfreulich für das Museumsteam: Die Besucher sind mittlerweile auch in jenen Gelände-Bereichen unterwegs, die früher seltener genutzt wurden. Diese Entwicklung will Scheller 2012 weiter vorantreiben: mit neuen Attraktionen in den verschiedenen Baugruppen und einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm. Die Vorbereitungen für die neue Museumssaison laufen bereits auf Hochtouren. (pp/freilimu)
In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
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