In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
mehr dazu16.02.11 ||
RHEINGAU-TAUNUS-KREIS
(16. Februar 2011) - „Als wir nach dem Urlaub nach Hause kamen, lag das Regal mit den schweren Büchern umgefallen auf dem Boden. Die aufgelegte Scheibe des Wohnzimmertisches wandert, wenn die
schweren Güterzüge an unserem Haus vorbeidonnern; die Erschütterungen werden immer stärker", erzählt Wolfgang Schneider von der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn.
Und Frank Groß von Pro Rheintal ergänzt: „Bei den Messungen an der Bahnstrecke wurden Spitzenwerte bis 106 Dezibel bei vorbeifahrenden Güterzügen gemessen, und dies in der Nacht." Erlaubt sind
weniger als 50 Dezibel. Groß spricht dann auch von „einem Bedrohungspotential", von „einer dramatischen Situation" und von „einer Notfallsituation". Dieses dramatische Szenario wollen sich die
Anwohner nicht weiterhin bieten lassen.
Auf Einladung von Landrat Burkhard Albers und dem zuständigen Kreisbeigeordneten Karl Ottes trafen sich Frank Groß, Wolfgang Schneider und Claudia Schneider von den Bürgerinitiativen gegen den
Bahnlärm im Rheintal im Kreishaus, um das weitere Vorgehen abzusprechen. Auch der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Günter Kern, der sich entschuldigen ließ, steht uneingeschränkt zu den Forderungen.
Albers: „Es geht darum, das weitere Vorgehen zwischen den Kreisen und den Bürgerinitiativen entlang der Bahnstrecke im Rheintal zu koordinieren. Denn unsere Geduld mit der Bahn AG hat ein Ende." Die
Zeiten, in denen Briefe ins Bundesverkehrsministerium nach Berlin und an die Bahn AG geschickt wurden, seien nun
vorbei. „Wir haben immer die gleiche Antwort erhalten und sind nur vertröstet worden", so Groß.
Schulterschluss zwischen
Bürgerinitiativen gegen Bahnlärm und der Kreisspitze. Karl Ottes, Claudia Schneider, Landrat Burkhard Albers, Wolfgang Schneider und Frank Groß vereinbarten ein gemeinsames Vorgehen gegen die Bahn,
um diese zu Zugeständnissen zu bewegen. (cz/lkrtk)
Es gelte, die Bevölkerung zu mobilisieren und so lautstark die Forderungen nach Berlin zu senden. Der Lärm der Güterzüge schädige die Gesundheit und dies werde von den Zuständigen bei der Bahn AG und im Verkehrsministerium einfach hingenommen. Das sei menschenverachtend. „Es ist ein Schreckensszenario, das sich jeden Tag rund um die Uhr, 24 Stunden lang, wiederholt. Der Lärm der Güterzüge, die in immer kürzeren Zeitintervallen verkehren, und die Erschütterungen durch die in großen Teilen veralteten, aber umso lauteren Güterzüge nehmen immer weiter zu", so Groß.
Alle Versprechungen - etwa im Projekt „Leiser Rhein" geäußert - werden nicht umgesetzt. Die Verantwortlichen wollen die Anwohner im Rheingau und Mittelrheintal vertrösten. „Durch die technischen Veränderungen, wie etwa das digitale Stellwerk, und nach Inbetriebnahme des Gotthardtunnels werden die Güterzüge im Vier-Minuten-Takt durch den Rheingau donnern. Zudem ist geplant, dass die Züge immer länger werden", so Albers. Während die Schweiz und Holland neue Strecken für Güterzüge gebaut haben, hat die Bahn AG bisher stets gemauert. Der Konzern nehme Gesundheitsschädigungen der Menschen in Kauf, statt in eine Alternativestrecke zu investieren.
„Wir sagen Nein zu dieser Politik der Bahn AG", so die Vertreter der Bürgerinitiativen. Am Samstag, 7. Mai 2011, ab 13.00 Uhr, gibt es eine Demonstration in Rüdesheim am Rhein. „Dorthin sollen alle Menschen aus dem Rheintal kommen, um unsere Forderungen lautstark zu formulieren", sagen die BI-Vertreter. Alle Anwohner sind aufgefordert, nach Rüdesheim zu kommen. Um den Schulterschluss deutlich zu zeigen, sollen die Landkreise von Bonn bis Wiesbaden mobilisiert werden, denn alle plagt der Bahnlärm. Die klare Forderung an diesem Tag muss lauten: Wir verlangen eine Neubaustrecke für Güterzüge! Es muss endlich ein Ende mit dem Bedrohungspotenzial haben, das durch die veralteten, gesundheitsschädigenden Güterzüge ausgeht. „Güterzüge raus aus dem Rheintal!"
Groß: „Wir fordern weiterhin von der Bahn, dass sie sofort TSI-konforme Wagen vor allem nachts einsetzt, um den Lärm zu minimieren" (TSI = Technische Spezifikation für Interoperabilität auf europäischen Schienenwegen). Menschen an der Strecke wollen nachts endlich wieder ruhig schlafen können. Es sind Mindestforderungen, die von den Vertretern der BIs, Albers und Ottes, formuliert werden. „Damit sollen die derzeitigen Spitzenwerte von bis zu 106 Dezibel auf ein erträgliches Maß unterhalb von 95 dB(A)reduziert werden." Weitere Schritte gegen die Bahn AG sollen in den kommenden Wochen mit allen Landkreisen an der Strecke vereinbart werden. (cz/lkrtk)
In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
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