Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

LifestyleUmwelt › Zeitumstellung Morgenstunden sind Falle für Tier und Mensch

Zeitumstellung Morgenstunden sind Falle für Tier und Mensch

Risiko Wildunfall droht! - Alle zweieinhalb Minuten eine Kollision           von Karl-Heinz Stier

08.11.17 || altHESSEN (08. November 2017) - Vor genau zehn Tagen begann die Winterzeit und die Menschen konnten am Umstellungstag eine Stunde länger schlafen nachdem die Uhr um eine Stunde zurückgestellt wurde. Wildtiere allerdings orientieren sich am Tageslicht und kennen diesen Wechsel nicht - selbst der Mensch hat so seine Schwierigkeiten in den ersten Tagen: Während das Wild Tage zuvor die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch.

Autofahrer sollen deshalb besonders an unübersichtlichen Feld- und Waldrändern mit Wild rechnen und die Geschwindigkeit anpassen, rät der Deutsche Jagdverband (DJV). Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

altNach Unfall Polizei anrufen, selbst wenn das Tier geflüchtet ist. Foto: Börner/DJV

Wenn ein Tier am Straßenrand steht, sollte der Fahrer kontrolliert bremsen, abblenden und hupen. Die Augen der Wildtiere sind deutlich lichtempfindlicher als die der Menschen, das Fernlicht blendet und macht orientierungslos. Der Hupton hilft Wildtieren, sich akustisch zu orientieren und zu flüchten.

Nach einer Kollision muss die Unfallstelle unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen. Tote Tiere sollten nicht angefasst oder mitgenommen werden. Im Interesse des Tierschutzes ist es laut DJV Pflicht, die Polizei anzurufen, selbst wenn das Tier geflüchtet ist. Der Landesjagdverband setzt sich mit Nachdruck dafür ein, dass die in der Praxis bewährten, blauen Wildwarnreflektoren weiter installiert und genehmigt werden. Erst kürzlich hatte Hessen Mobil die Genehmigung und das Anbringen weiterer Reflektoren verweigert, da die Wirkung wissenschaftlich nicht nachzuweisen sei.