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„Älk kom hit, kom hit älg”

Besuch im Skullardyd Älgpark einem der 30 schwedischen Elchparks - Tiere werden so natürlich wie möglich und in ruhiger Umgebung gehalten           von Karl-Heinz Stier

04.07.17 || altEKSJÖ/SÜDSCHWEDEN (03. Juli 2017) - Elche sind bei uns in Deutschland relativ seltene Tiere, sie gibt kaum noch in der Wildnis, eher noch in Zoos und Waldtiergärten. Meist werden sie bei uns auch nicht sehr alt. Erinnerungen an diese Tiergattung der Hirsche sind hin und wieder Pressemeldungen - erinnern sie sich noch an „Knutschi" aus Kassel 2009 (lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag: „Kommen Elch, Wolf und Braunbär wieder zurück - Wildwechsel macht sie zu Grenzgängern - Erinnerung an Bruno den Braunbären, an Kurti den Wolf und Knutschi den Elch) -, und es sind Sprüche im Volksmunde wie „die größten Kritiker der Elche waren früher selbst mal welche", ein alter Sponti-Spruch aus den 60iger Jahren, der sich gegen Menschen richtet, die ihre Ansichten schnell ändern, auch heutzutage noch ein geflügeltes Wort. Oder der Begriff „Elchtest" war geläufig, mit dem die A-Serien von Mercedes in bestimmten Testabläufen zum Umfallen neigten. Warum beide die Elche in ihren Bezug nehmen, entzieht sich einer genauen endgültigen Erklärung.

altElch - der König der Wälder

Elche gibt es heute noch in Alaska, Kanada, Nordasien und in skandinavischen Ländern - vor allem in Schweden. Sie leben im Norden noch vereinzelt in freier Wildbahn. Doch in diesem Land, das den Elch vielfach als Symbol verbreitet, werden die Könige der Wälder vor allem in 30 Elchparks gehalten - allein 17 in der Region Smaland. Einer davon ist der Skullardyd Älgpark in Eksjö, wenige Kilometer entfernt von der Stadt Jönköping. Hier kann man bei einer Safari mit Traktor und Wagen die Tiere in unmittelbarer Nähe betrachten.

Zweimal am Tag rufen Erik und Richard zur Fütterung


Zwar halten Elchbauer Erik, 20 Jahre alt, und Vater Richard, 52 Jahre, auch Dam- und Rotwild, darunter auch einen zwölf Jahre alten Hirsch. Ihr ganzer Stolz sind jedoch die acht Elche, die in großen Gehegen nach ihrem Konzept gehalten werden - in einer artgerechten Umgebung. Mit dem Lockruf „Älg kom hit, kom hit älg" („Elch komm her, Elch komm her"), ruft er seine Tiere zur zweimaligen Fütterung (11 und 14 Uhr) am Tag auf. Der älteste Elch-Bulle ist fünf Jahre alt, in der Regel können Elche bis 20 Jahre alt werden.

alt„Elch komm her" Traktor-Safari erreicht Herde

Äußerlich sind Elche eine Mischung zwischen Pferd und Hirsch, der Kopf eher einem Pferd, der Körperbau eher einem Hirsch ähnlich. Bullen erreichen eine Körperhöhe von 230 Zentimeter und können bei fast drei Meter Länge bis zu 850 Kilo wiegen. Elchkühe sind deutlich kleiner und haben ein Gewicht von selten mehr als 400 Kilo. Sie besitzen wie alle Hirschkühe - außer den Rentieren - kein Geweih. Größe und Gewicht von Elchen nehmen mit ihrem Verbreitungsgebiet nach Süden deutlich ab.

Hauptmerkmal sind nicht nur die großen Schaufeln


Allein das Geweih des Bullen, das jedes Jahr abgeworfen wird, kann bis zu 1,50 Meter umspannen und 20 Kilo schwer werden. Seine Mächtigkeit wird an den sehr großen Schaufeln deutlich, die sich unmittelbar am Kopfansatz verbreitern. Was noch auffällt ist die vergrößerte Oberlippe, die sogenannte Muffel. Sie hilft dem Tier beim Äsen, dem Abbrechen von Zweigen und Abstreifen von Rinden. Dabei kann es zu großen Schäden an der Vegetation kommen. Aus diesem Grunde füttert Elchbauer Erik pro Tag 30 Kilo Zweige, die er aus den benachbarten Wäldern holt.

altElche bei der Fütterung

Schneller und ausdauernder Läufer


Typisch für den Elch ist sein langer Kehlbart, 20 bis 25 Zentimeter lang, sein massiver Rumpf und die langen Beine mit den gespreizten Hufen, mit der er sicher durch Sumpflandschaften wandern kann. Das kennzeichnet ihn auch als einen schnellen und ausdauernden Läufer, der hohe Hindernisse übersteigt und es Raubtieren erschwert, ihn zu reißen.

Zur Brunftzeit wandern die Elchhirsche umher und geben mit heiserem Ruf ihrem Fortpflanzungswunsch kund. Da Elche meistens alleine leben, verlassen die Weibchen die Bullen nach der Paarung wieder. In der Regel werfen die Kühe eins bis zwei Kälber pro Jahr. Es kann auch vorkommen, dass die Elchmutter - wie die Kuh Rut - ihr Kälbchen Karl nach der Geburt verstößt. Elchbauer Erik tritt dann als „Ersatzmutter" auf, ernährt das elf Kilo schwere Junge in einem abgetrennten Bereich, zuerst mit Milch und, wenn es geht mit Elchmilch, die einen Fettgehalt von acht Prozent hat, und später dann mit Futter. Vor drei Jahren hatte er auch das Glück, Zwillinge aufzuziehen zu können, die sich allerdings gerne von der Herde absondern. Alle Tiere, die im Park gehalten werden, sind „in Gefangenschaft" geboren, zählen aber trotzdem zu den wilden Tieren.

altElchbauer Erik als Ersatzmutter. Fotos (4): Karl-Heinz Stier

Der Skullaryd Älgpark 45 Hektar groß. Die Eigentümer wollen, dass Elche mit anderen verwandten Gattungen in ihrem Park zusammen sind leben. „Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Tiere so natürlich wie möglich leben, vor allem in ruhiger Umgebung", betont Elchbauer Erik.

Mehr Informationen zum Elchparkbesuch


Wer den Park mit angeschlossenem Cafe´ und Souvenirladen besuchen möchte, kann sich an Akullaryd Älgpark, Erik Öster Skullarryd Gard 1 in S-575 91 Eksjö wenden. Telefon 073-812 28 68 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. und www.skullaryd-algpark.se

Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Reiseveranstalter Smaland DMC Kontakt aufzunehmen, der in einem Viertage- Paket den Elchpark auch seinem Programm hat. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder Telefon +46 36 10 03 18 (www.memu.se)