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Nicht nur beim Drahtseilakt muss die Luft angehalten werden

Dreifach Salto mit verbundenen Augen - Mal wieder richtige Zirkusluft schnuppern - Circus Busch am Ratsweg           von Ingeborg Fischer und Karl-Heinz Stier

26.12.17 || altFRANKFURT (25. Dezember 2017) - Faszinierende Unterhaltung im voll besetzten Manegen rund des Circus Busch bei „The Great Christmas Circus". Es ist Premierentag. Der Circus ist zum fünften Mal mit seinem Weihnachtspräsentation in Frankfurt - und es ist nicht übertrieben fest zu stellen: mit einem Weltstar-Programm. Dazu trägt auch das 6-Mann-Live-Orchesterbei, das mit dem „Einzug der Gladiatoren", dem Zirkus-Marsch schlechthin, die Besucher die erste Zirkusluft schnuppern lässt. Und weil es die Weihnachtszeit ist, eröffnet ein Weihnachtsmann mit Schlitten und 2 Rentieren die bunte Schau. Und dann geht es Schlag auf Schlag.

altCircuszelt von außen

Manege - Sägemehl - Pferde ! Die Direktionsfamilie präsentierte eine Dressur mit 18 Pferden. sechs pechschwarze Friesenhengste, sechs weiße Araberhengste und sechs niedliche Falabella Mini- Ponys zeigten ein einmaliges Ringelspiel und begeisterten die Zuschauer. Wie gut die Tiere gehalten und geliebt werden spürte man förmlich. Auch bei der Hundesdressur von entzückenden Damen in kostbaren Fellkleidern und Mützen mit Huskys und Samojeden-Spitzen, die einen Hundeschlitten zogen, war die Lebensfreude und Ausgelassenheit der Tiere zu spüren. Wie immer hatten ja ein paar junge Leute mit Megaphon und Transparenten vor dem Zirkuseingang gestanden und für artgerechte Tierhaltung demonstriert. Vielleicht suchen sie sich das nächste Mal eine Schweinemästerei oder Hühnerhaltung auf engstem Raum aus.

altPferdedressur mit Natascha Wille-Busch

Ob die Handstand-Akrobatik (Alexandra und Kelly Saabel) oder das Balancieren auf einem über Kreuz gespannten Drahtseil (Geoffrey Berhault), ob Desire Chaves, die im Handstand mit den Füßen Pfeil und Bogen schießt oder der Illusionist Jimmy Saylon mit seinen Zauberfrauen, alle Programmfolgen rissen das Publikum mit. Und der italienische Clown Jimmy Folco überbrückte die notwendigen Auf-, Ab- und Umbauten mit so viel Witz und auch unter Einbeziehung des Publikums, dass kein Auge trocken blieb. Seine Clownereien waren aber auch durchaus eigenständige Programm-Nummern. Zum Beispiel die „Pizza-Scene" oder die „Wasserspiele" mit einem kleinen Zirkuskind. Der herkömmliche Clown mit karierter Jacke und Halbglatze und rotem Haarkranz hat ausgedient. Eine neue Clowns-Ära ist angebrochen.

altHandstands-Equilibristik mit den Geschwistern Saabel

Auf dem „Todesrad" - zwei überdimensionalen Hamsterrädern - das Duo Venegas Action pur, und die Nerven wurden strapaziert ob der vielen Wagnisse in und auf dem Rad. Doch was wäre ein Zirkus ohne Flugtrapez und die fliegenden Könige und Königinnen unter der Zirkus-Kuppel. Die „Flying Zuniga" sind wohl gegenwärtig eine der besten Flugtrapez-Truppe. Mit Herzklopfen konnten wir - zum ersten Mal direkt unter dem Fangnetz - sehr genau den Fänger beobachten. Es war atemberaubend, als Marlon Michael den dreifachen Salto Mortale mit verbundenen Augen in die sicheren Hände des Fängers sprang. Auch ein kleiner Mann - der zwölfjährige Sohn eines der Artisten - sprang schon Passagen. Er will später einmal den „Dreifachen" können.

altDas Duo Vanegas auf dem Todesrad

Zirkusfreunde und die es werden wollen sei der Weg zum Festplatz am Ratsweg empfohlen: der Besuch des „Great Christmas Circus 2017" lohnt sich allemal.

Kleine Anmerkung zum Schluss von einer Zirkusbegeisterten: ein wenig Disziplin von Eltern und deren Nachwuchs während der Vorstellung möchte man sich wünschen. Um Getränke zu holen, gibt es ja die Pause. Das Auf und Ab in den Zwischengängen während der Programmpunkte zeugt von wenig Respekt vor der Leistung der einzelnen Künstler und Akrobaten.

altDie derzeit weltbeste Trapez-Gruppe Zuniga aus Brasilien: Fotos (6): Circus Carl Busch

Der jubelnde Schlussapplaus für die Zirkusleute beim Finale war verdient. Doch apropos Respekt: Nicht wenige Menschen strömten noch während des Finales, bei dem silberne Flitter von der Kuppel schwebten, dem Ausgang zu und nahmen sich nicht die Zeit, den Protagonisten im Manegenrund durch Applaus für ihre Leistungen und der Show insgesamt zu danken.

Tickets (ab 11 Euro) gibt es bei Frankfurt Ticket RheinMain, Eventim und an allen bekannten CTDS-Vorverkaufsstellen. Neu in diesem Jahr: man sitzt auf durchgehend nummerierten Einzelsitzen, die man vorher auswählen kann.

Vorstellung täglich um 15.30 und 20 Uhr - Sonntags und an Feiertagen um 15 und 18.30 Uhr - 31.12.Silvester 15.30 und 20 Uhr - Der Zirkus gastiert noch bis zum 7.Januar 2018 am Ratsweg. Weitere Infos: www.circus-carl-busch.de