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Späte Sonnenstrahlen führten zu später Spargelernte

Saisoneröffnung des königlichen Gemüses - Anbauer mit ungewissen Erwartungen - Der kühlste März seit 100 Jahren - Johannis bleibt Ernteschlusstermin              von Karl-Heinz Stier

18.04.13 || altZWINGENBERG (17. April 2013) - Nach 20 Tagen Verzögerung ist in Zwingenberg an der Bergstraße die Spargelsaison offiziell eröffnet worden. Der lange Winter und die viel zu kühlen Temperaturen im März - der kühlste März seit 100 Jahren , wie der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt sagte - haben ein kontinuierliches Wachstum des königlichen Gemüses beeinträchtigt. Die Konsequenz: der Ernteverlauf ist kürzer, denn wenn auch die Saison später beginnt, kann sie nicht über den 24. Juni (Johannis), dem Johannistag, verlängert werden. Auch die Vorbereitungen der Spargelerzeuger mit Tunnel und dreifacher Folienabdeckung waren bei diesen Temperaturen nicht ausreichend, es gab einfach zu wenig Sonnenstrahlen.

Rechtzeitig zum Saisonstart hatte der Wettergott nun endlich ein Einsehen, der Frost wich und die Bodentemperaturen waren in den letzten 14 Tagen so, dass das Spargelwachstum langsam beginnen konnte. Bei dem Temperaturanstieg am letzten Wochenende und den damit einhergehenden Frühlingsgraden ist damit zu rechnen, dass die Erntemengen in den nächsten Tagen stark ansteigen und der Handel und die Gastronomie die Spargelstangen in ausreichender Menge anbieten können. Der größte Teil der Spargelerzeuger hat sich dem Qualitätszeichen „Geprüfte Qualität -HESSEN" angeschlossen und stellen damit sicher, dass ihre Produkte nur von südhessischen Feldern stammen.

Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich, die auf die Regionalität des Spargels hinwies und mit ihrem Anstich den Startschuss für die Saison gab, inthronisierte zugleich die neue hessische Spargelkönigin Claudia 1. und überreichte ihr die Schärpe und das Diadem in Anwesenheit ihrer Vorgängerinnen Ann-Kathrin, Judith und Lisa sowie den amtierenden Königinnen Carlotta 1. aus Büttelborn und Sabrina 1. aus Lampertheim. Die neue Königin (Abiturientin Claudia Birkner) kennt sich mit Spargel aus. Nicht nur, dass sie im Spargelland Südhessen und in Weiterstadt, einer der Spargelhochburgen, wohnt und aufgewachsen ist, sie hat auch einen direkten Kontakt zu den größeren Spargelbetrieben in ihrer Nachbarschaft - dem Bauer Lipp und dem Tannenhof.

Hessen, das zu den größeren Spargelanbaugebieten in Deutschland zählt, wurden im Jahr 2o12 Spargel auf einer Fläche von rund 2 302 Hektar (2 187 ha in 2011) angebaut, davon 1 835 im Ertrag und 467 ha Neuanlagen. Dies entspricht etwa 30 Prozent der hessischen Gemüseanbaufläche bzw. 10 Prozent der deutschen Spargelanbaufläche. Der Anbau konzentriert sich auf die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und Groß-Gerau. Ihre sandigen Böden und das milde Klima sind ideale Voraussetzungen für den Anbau des Sprossengemüses. Der Spargel wächst ab 12 Grad und optimal bei 20 Grad Bodentemperatur. Deutsche Verbraucher verzehren pro Kopf rund 1,2 bis 1,4 kg Spargel. Gegenwärtig wird das Kilo Spargel (1.Klasse) bei 11,9o Euro gehandelt, bei Anstieg der Wachstumsmengen rechnen die Bauern mit einem Preis von unter zehn Euro. 2012 bewegten sich die Verbraucherpreise im Mittel um 5,61 Euro pro kg, 2011 bei 5,21 Euro.

Der Spargel - und Obsthof Wendel in Zwingenberg, bei dem die Saison eröffnet wurde, erhielt aus diesem Anlass auf dem eigenen Hof die Anerkennungsurkunde zum Zertifikat der Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität - HESSEN" aus den Händen von Ministerin Puttrich. Das Qualitätsmarken-Siegel garantiert dem Konsumenten, dass das Produkt strengen Kontrollen unterliegt und auf kurzem Weg vom Feld zum Verbraucher gelangt.