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Kunst & KulturMusik › Ein des Lebens Müder wartet auf seine Erlösung

Ein des Lebens Müder wartet auf seine Erlösung

Wiesbadens neuer GMD Patrick Lange feiert im Staatstheater seinen Einstand mit Wagners „Tannhäuser" - Mit größter Aufmerksamkeit verfolgte das Publikum den Neuen            von Britta Steiner-Rinneberg

28.11.17 || altWIESBADEN (27. November 2017) - Welcher Weg führt besser zum Heil? Eine demutsvolle Pilgerschaft nach Rom oder die verzweifelte Rückkehr in eine verlassene schillernde Welt? Laufenbergs „Tannhäuser"- Inszenierung zeigt es: Keine von beiden! Es war verlorene Liebesmüh. Der zwischen steifer Wartburgwelt und lockendem Venusberg hin und her gerissene Mensch, der am Ende klein und demutsvoll um Erlösung fleht, bannt die Zuhörer vor allem im letzten Bild. Sie konnten den Liebes- und Leidensweg eines Menschen verfolgen, der der Erdenschwere müde ist, nun am Ende am Fuß des Kreuzes steht und auf seine Erlösung wartet.

Die sittenstrenge Wartburg und der vergnügungsgeile Venusberg mit Verlockungen aller Art haben Tannhäuser ausgedient. Erschöpft kauert er neben dem riesigen Kreuz und denkt an Elisabeth, die ihm barfüßig und im Sterbehemd voraus eilte und nun lautlos zum Mitgehen mahnt. An der irdischen Welt hält er auch trotz Wolframs Mahnung nicht fest und setzt seinen ihm unbekannten Weg unbeirrt bis zum Ende fort.

altSzene aus der "Tannhäuser"-Inszenierung im Wiesbadener Staatstheater mit Lance Ryan (Tannhäuser)  der vor seinem Zelt neben demneben dem Kreuz kniet. Foto: Staatstheater Wiesbaden/Karl Monika Forster

Im dritten Akt kommt die Stärke der Inszenierung zur Geltung


Laufenbergs Inszenierung mit der fast überdimensionierten Bilderflut bekommt ihre große Stärke erst im dritten Akt: Nach voran gegangenen Turbulenzen, die Tannhäuser alles Irdische abwerfen und das Ende erwarten lassen, ein starkes und berührendes Bild, das am Premierenabend vom Publikum mit riesigem Applaus bedankt wurde! Er galt freilich nicht nur der hervorragenden Titelfigur, in der Lance Ryan als demutsvoll endender Tannhäuser schlichtweg bannt, sondern auch Regisseur, Bühnenbildner Rolf Glittenbert und allen anderen, die am Gesamtbild beteiligt waren. Allen voran aber dem sich erstmals dem Publikum vorstellenden neuen Dirigenten, Patrick Lange! Er wurde für diesen besonderen Abend, den die Hörer mit größter Aufmerksamkeit verfolgten, mit ebenso langem wie begeistertem Beifall belohnt.

Nach dieser erfreulichen ersten Begegnung dürften die Hörer auf seine weiteren Premieren besonders gespannt sein. Alle an diesem Premierenabend Beteiligten wurden zum Schluss mit Jubel bedankt und gefeiert. Das Publikum darf auf Langes nächste Premieren neugierig sein und dem Jahr 2018 deshalb gespannt entgegen sehen. „Tannhäuser" in der Pariser Fassung dürfte für manche vielleicht sogar ein willkommenes Weihnachtsgeschenk werden, auf das sich viele freuen können

Die nächsten Aufführungen finden am 3. und 17. Dezember statt.