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Kunst & KulturMusik › Herve Niquet fesselte durch frische, Lebendigkeit und italienische Chorpracht

Herve Niquet fesselte durch frische, Lebendigkeit und italienische Chorpracht

Ein energiegeladener „Geigengipfel" - Claudio Behorquez begeisterte - Rheingau Musik Festival - Teil III           von Britta Steiner-Rinneberg

05.07.17 || altKLOSTER EBERBACH/WIESBADEN (03. Juli 2017) - Mit hinreißend dargebotener italienischer Chorpracht verwöhnten Chor und Orchester des Concert Spirituel in Kloster Eberbach unter Herve Niquets Dirigat mit Musik Francesco Corteccias. Giovanni Perluccis und Oratio Benevolos: Sternen der Chorkunst. die das Publikum im fast ausverkauften Gotteshaus nahezu verzauberten! Der „ Gottesdienst" besonderer Art füllte den riesigen Raum mit Frische und Lebendigkeit und ließ die Darbietung in Zusammenklang mit der Orgel zu einem Genuss werden, der die Hörer vom ersten bis zum letzten Ton einfach mitriss und bannte.

Dirigent Herve Niquet fesselte die Hörer mit Sätzen aus Gregorianik, Renaissance und Frühbarock und sorgte für große Aufmerksamkeit des stark beeindruckten Auditoriums, das diesen lange nachwirkenden „Gottes-Dienst" spürbar genoss und noch auf der Heimfahrt von ihm zehrte. Fürs Publikum eine stark eindrucksstarke Begegnung mit den Musikern, die zu Herzen ging. Nach langem Applaus machten sich die reich Beschenkten auf den Heimweg und ließen dieses Gotteslob noch lange nachklingen.

Claudio Behorquez brilliert unter Andres Orozco-Estrada


Der Cellist Claudio Behorquez, der zwar urugaischer Herkunft, aber in Deutschland aufgewachsen und ein Schüler Boris Pergamentschikovs ist. zählt zu den begabtesten Musikern seines Instrumentes. Das Instrument für seine Arbeit erhielt er aus der Hand von Pablo Casals Witwe, die es ihm für zunächst zwei Jahre anvertraute. Der hoch begabte junge Künstler arbeitet inzwischen mit fast allen deutschen Rundfunkorchestern zusammen, beispielsweise der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Wiener Symphonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Academy of St. Martin in the Fields, dem russischen Nationalorchester und den Moskauer Philharmonikern.

In Kloster Eberbach brachte Behorquez Strawinskys „Sacre du Printemps" und Tschaikowslys „ Rokoko-Variationen für Cello und 0rchester" zu Gehör. Er spielte ein ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg zur Verfügung geselltes Instrument von G.B. Bogeri. Andres Orozco-Estrada dirigierte die Columbian Youth-Philharmonie, die mit ihren rund 100 Musikern zu den besten Ensembles dieser Art zählt und immer neu begeistert. Nicht nur in Berlin, Kassel und Stuttgart, sondern auch bei den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern. Das seinen künstlerischen Werdegang mit wachsendem Interesse verfolgende Auditorium belohnte seinen von feiner Einfühlung zeugenden Konzertabend mit wachsendem Interesse und starkem Schluss-Applaus.

Junge Geiger beherrschen das Kurhaus-Podium


Als „Tribute zu Ana Chumachenco" wurde der „Geigengipfel" des RMF im Kurhaus gefeiert, bei dem Lisa Batiashvili, Veronika Eberle, Arabella Steinbacher, Daniel Röhn und Rudenz Turku ihre einstige Lehrerin gebührend feierten. Unter Dirigat Clemens Schuldts, seines energiegeladenen neuen Leiters, brachten das Kammerorchester München und die hochmotivierten Künstler Werke von Mozart, Bach, Jean Marie Lecläire, Telemann, Vivaldi und Edvard Grieg faszinierend zu Ohren und ließen die Zuhörer die drückende Hitze des Tages, unter der alle litten. darüber fast ganz vergessen.

„Geigengipfel" mit Ana Chumachenco und ihren „Schülerinnen und Schülern". Foto: RMV/Klostermann

Spontaner, begeisterter Beifall dankte den Künstlern für einen mit Neugier erwarteten spannenden „Geigengipfel", den es im Wiesbadener Kurhaus wohl so bald nicht wieder geben dürfte! Ana Chumachenco und ihre fünf ehemaligen Studenten hatten sich auf das gemeinsame Konzert im Kurhaus gefreut und gut vorbereitet. Das Münchner Kammerorchester, das den Abend mit Mendelssohn Bartholdys Jugendsymphonie für Streicher begann und mit Edvard Griegs Suite „Aus Holbergs Zeit" endete, bescherte dem Publikum im Kurhaussaal einen Konzertabend besonderer Art, an dem sich ihr neuer Dirigent Clemens Schuldt in Wiesbaden erstmals vorstellte. Er und die Münchner Künstler sagten auf Anhieb zu und wurden mit großem Applaus gefeiert. Ein Einstand beim RMF, den man sich kaum besser wünschen kann und getrost in die Zukunft blicken lässt!