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Kunst & KulturMusik › Eröffnung der Karlsruher Händel-Festspiele mit ´“Semele“

Eröffnung der Karlsruher Händel-Festspiele mit ´“Semele“

Das Badische Staatstheater holte unbekanntes musikalisches Drama aus der Versenkung           von Britta Steiner-Rinneberg

09.03.17 || altKARLSRUHE (08. März 2017) - Die traditionellen Händel-Festspiele in Karlsruhe brachten neben dem Eröffnungskonzert, einem Kammer- und einem Festkonzert der Deutschen Händel-Solisten, neben dem Musikdrama „Arminio", den „Abendsternen" und dem Konzert „Primadonnen" noch das obligate Preisträgerkonzert und einen abschließenden Abend der Internationalen Händel-Akademie in Schloss Gottesaue heraus. Am 5.März ging das traditionsreiche Festival zu Ende,

Im Zentrum stand in diesem Jahr die Neuinszenierung von Händels wenig bekanntem musikalischem Drama „Semele", das unter musikalischer Leitung Christopher Moulds in der Inszenierung Floris Vissers über die Bühne ging und mit großem Applaus gefeiert wurde: Ein de meisten unbekannter alter Stoff, für den Gideon Davey die Szenerie erdachte.

altDas "Semele"- Ensemble in Jupiters und Junos "Kuppelsaal"

Jupiter hat eine folgenschwere Affäre mit Semele, König Cadmus Tochter die zwar tödlich endet, aber immerhin Nachwuchs garantiert. Juno, die in heller Wut über Jupiter, ihren liebestollen Ehemann, auf boshafte Rache sinnt, straft den Fremdgänger empfindlich: Sie lässt die inzwischen Hochschwangere für ihre Anmaßung büßen und in einem grellen Blitzstrahl das Zeitliche segnen Der schöne Traum vom Glück ist für ihn aus: der auf Abwegen wandelnde Gott wurde höhnisch in seine Schranken verwiesen!

Das Liebeslager des Paares wurde durch Ausstatter Gideon Davey in den Saal des Capitols verlegt, um aus dem alten Mythos eine Satire zu machen, die jeder verstand. Das Publikum amüsierte sich prompt und brach in hellen Jubel aus. Ed Lyon sang den gelangweilten Gott mit Bravour, gab dem Liebestollen jugendliches Ungestüm und spielte den auf verbotenen Pfaden Wandelnden mit Bravour. Der genoss das ungestüme Begehren der eigentlich einem anderen versprochenen Königstochter mit riesigem Spaß, verlor dabei den Verstand, vergaß seinen Status und konnte das triste Ende seines verbotenen Fehltritts dann nicht mehr verhindern.

altJupiter/Ed Lyon und Semele/ Jennifer France beim Liebesspiel. Fotos (2): Händel-Festspiele/Falk von Traubenberg

In Jennifer France hatte Regisseur Floris Visser eine ideale Semele gefunden, die nicht nur bravourös sang, sondern auch ihre Spielbegabung voll entfalten durfte. Die Entschlossenheit der nach dem Göttlichen gierenden Sterblichen verband sie mit Anmut und liebte ihren vergötterten Beischläfer, der ihr als Pfand ein ungeborenes Kind hinterließ, noch als Sterbende innig. Die Händel-Expertin Anwenden entfachte mit perlenden Koloraturen ein wahres Feuerwerk der Gefühle, das die Zuschauer einfach mitriss.

Ovationen wurden auch Katharina Tier zuteil, der mit Stimme und Spiel auf tödliche Rache sinnenden, frustrierten Juno und Terry Wey in der wenig dankbaren Rolle des schnöde abgelehnten Athamas. Frisch und zupackend agierten die Deutschen Händel-Solisten, die Christopher Moulos sicher leitete; viel Lob hab es für den exzellenten Festspielchor und die Statisterie des Badischen Staatstheaters.

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Starker langer Beifall war in Karlsruhe auch der Wiederaufnahme der von Emanuel Cencic geleiteten Oper "Arminio" beschieden, ebenso dem Oratorium „Theodora", den Konzerten der Händel-Solisten und dem Abschlusskonzert der Internationalen Händel-Akademie in Schloss Gottesaue.

Das Karlsruher Staatstheater schätzt sich glücklich, die traditionellen Festspiele dank engagierter Unternehmer aus den Reihen der Händel-Gesellschaft und der Unterstützung der BBBank, die sich die sich bereit erklärt hat, das Festival über sechs Jahre mit einem Betrag von 40.000 Euro zu unterstützen, weiterhin finanziell problemlos durchführen zu können.