In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
mehr dazu25.01.12 ||
SCHWETZINGEN (24. Januar 2012) -Mit über 60 Veranstaltungen starten die 60. Schwetzinger Festspiele 2012 in ihre vom 27.April bis zum 16. Juni gehende Jubiläumssaison. Die
„Schwetzinger Dramaturgie", das nach Ende des 2. Weltkrieges von den Gründervätern entwickelte Erfolgsrezept, irgendwann ad acta Gelegtes Altes und dann Vergessenes aus der Versenkung zu holen, um es
neu zu „entdecken" und Zeitgenössisches, auch Avantgardistisches, zu initiieren und dem Publikum vorzustellen, wird auch in Zukunft beibehalten. Dass begabtem Nachwuchs dabei die Chance geboten wird,
sich im einmaligen, historischen Ambiente des Kurfürstlichen Schlosses einem interessierten großen Publikum zu präsentieren und es von seinen Fähigkeiten zu überzeugen, wissen und schätzen die jungen
Musiker sehr genau und sind glücklich darüber.
In diesem bewährten Drei-Säulen- Modell sieht Festspielleiter Bernhard Herrmann den Schlüssel zum Erfolg des weit über die Region hinaus bekannten und gefragten Festivals, das neben den obligaten beiden Opern, die im Rokokotheater über die Bühne gehen, wieder mit reinem reichhaltigen Konzertprogramm verwöhnt, das für jeden Geschmack Interessantes bereit hält und in manchen Sparten bereits jetzt so gut wie ausverkauft ist!
Nicht das „alte" Werk macht diesmal den Anfang, sondern „I Q", das nagelneue, das am 27. 4. erstmals im Rampenlicht stehen wird. Mit insgesamt 40 zeitgenössischen Aufführungen, die seit 1952 in
Kurfürst Karl Theodors zauberhaftem kleinem Theater aus der Taufe gehoben wurden, erweisen sich die Schwetzinger Festspiele in puncto Musiktheater-Erneuerung eindeutig als Spitzenreiter! Die
Neuschöpfung des Komponisten Enno Poppe, der die musikalische Leitung hat und das Klangforum Wien dirigiert, ist eine Koproduktion der Festspiele mit dem Theater Basel und dem ZKM Karlsruhe. Die
Texte schrieb der Autor Marcel Beyer. Inszenierung und Ausstattung der Oper, in der Instrumentalisten wie Publikum zu „integralen Bestandteilen eines hermetischen Versuchssystems mutieren", besorgte
Anna Viebrock. Als Solisten stellen sich die Sopranistinnen Tora Augestadt und Rosemary Hardy vor, der Bariton Omar Ebrahim, die Schauspielerin Katja Kolm und Ernst Surberg, der das Keyboard
bedient.
Das Hilliard-Ensemble. Foto:
Schwetzinger Festspiele/Friedrun Reinhold
„Rosamunde", Anton Schweitzers aus der Epoche der Empfindsamkeit stammende, 1779 erstmals aufgeführte Eifersuchtstragödie , für die Christoph Martin Wieland das Libretto verfasste, ist die diesjährige Schwetzinger „Wiederausgrabung". Die 230 Jahre alte Oper, die in Mannheim uraufgeführt wurde,, steht unter musikalischer Leitung Jan Willem de Vriends, der das Radiosinfonieorchester Stuttgart des SWR und den Philharmonischen Chor Klausenburg dirigiert: Eine Gemeinschaftsproduktion der Festspiele, des Theaters Dortmund und des Nationaltheaters Weimar". Jens Daniel Herzog führt Regie, Frank Hänig entwirft das Bühnenbild und Sibylle Gädecke die Kostüme. Als Sänger wurden die Sopranistinnen Lydia Teuscher, Sarah Wegener, Julia Amos und Anke Briegel verpflichtet sowie der Tenor Christoph Genz und der Bassist Morgen Moody . Der historische Hintergrund findet sich in einer mittelalterlichen englischen Chronik und hat die traurige Geschichte Rosamundes, der ehemaligen Geliebten Heinrich Plantagenets (des späteren Heinrich II.) und die seiner Gemahlin, Eleonore von Aquitanien, zum Thema: Eine zeitlose Liebesleidtragödie, auf deren Interpretation man gespannt sein darf.
Der reichhaltige Konzertplaan, der Lieder von der Gregorianik bis zur Gegenwart umfasst, wird vor allem Liebhaber großer Vokalkunst auf den Plan rufen. Spitzenensembles wie Stile Antico, das SWR-
Vokalensemble, das Hilliard- Ensemble und berühmte Solisten der Opernbühne wie Magdalena Kozena und Vesselina Kasarova, sowie die Liedinterpreten Christian Gerhaher, Christoph Pregardien und Matthias
Goerne werden Werke von Vivaldi, Mahler, Brahms, Schumann, Schubert , Faure, Ravel , Byrd und Rihm zu Gehör bringen.
Das Collegium Vocale Gent. Foto: Schwetzinger Festspiele/M.
Devriendt
Festlichen Glanz werden das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart ( Roy Goodman), die Freiburger Barocksolisten (Petra Müllejans) und das Collegium Vocale Gent (Jos van Immerseel) mit der Aufführung von Werken Zelenkas, Rameaus, Bachs, Voriseks und Mozarts verbreiten. Das in diesem Jahr Aribert Reimann, dem neben H.W. Henze erfolgreichsten deutschen Musiktheaterkomponisten, gewidmete Komponistenportrait besteht aus dem Werkstattgespräch und drei Konzertabenden (17. - 19.Mai), die auch den Liedpianisten Reimann zu Wort und Ton kommen lassen. An den Aufführungen beteiligt sind neben dem Countertenor Tim Serverloh und den Sopranistinnen Mojka Erdmann und Christine Schäfer das Auryn-Quartett, Wen-Sinn Yang, (Cello,), Axel Bauni (Klavier), Jana Bouskova (Harfe), Jörg Wdmann (Klarinette), Andrea Lieberknecht Flöte) und Hartmut Rohde (Bratsche).
Der Komponist Aribert Reimann. Foto: Schwetzinger Festspiele/Schott-promotion
Gaby Gerster
Spannende musikalische Reiseerlebnisse verspricht der Konzertschwerpunkt „Panamericana", der nach der vor zwei Jahren erfolgreich gestarteten „Entdeckung" des Mittelmeerraums nun auf eine der großen Traumstraßen der Welt führt, auf der uns internationale Ensembles und Soluisten begegnen: Neben dem Gershwin Piano Quartett, dem Emerson String Quartet, dem Ensemble Constantinople und Bolero Berlin sind der Cembalist Eduardo Lopez Banzo, Jordi Savail( Viola da Gamba), Giora Feldman (Klarinette), Marc Andre Hamelin( Klavier) Marie Espada (Sopran), Eric Bibb und Habib Koite (Gesang und Gitarre) zu hören.
Den „Cello-Gipfel" bestreiten am 5., 11. und 13. Mai berühmte Interpretenpersönlichkeiten wie Truels Merk, Heinrich Schiff und Mischa Maisky mit Werken von Bach bis Lutoslawski.
Der Cellist Heinrich Schiff. Foto: Schwetzinger Festspiele/Michael
Neumeister
In den vier Konzerten der Reihe „Klavierissimo" sind die Pianisten Nicolai Demidenko, Grigory Sokolov, Radu Lupu und Andras Schiff zu hören, die Chopin, Mussorgsky, Händel, Brahms, C. Franck, Debussy und Schubert im Gepäck haben.
Unter den
„Spezials" ragt der Pfingstsonntag (27.05.) heraus, der ganz und gar Mozart gewidmet ist. Ab 10 Uhr morgens werden
hoch begabte Musikerinnen und Musiker in acht ganz unterschiedlichen Veranstaltungen einen Querschnitt durch sein Schaffen präsentieren: Ein rund um das Schwetzinger Schloss stattfindendes,
verlockendes Angebot für die ganze Familie, das vom Arcadia Quartett, dem Weimarer Bläserquintett, Studierenden der Musikhochschule Mannheim bestritten wird, sowie den Pianisten Philipp Vitkov,
Markus Hadulla, Sophia Picini und Christoph Schnackertz ,Sergej Zimmermann (Violine), Razvan Cosmin (Klarinette), Anna Lucia Richter( Sopran) und der Rezitatorin Silke Leopold.
Die traditionelle „Lange Nacht" im Rokokotheater präsentiert am 2.Juni in einem Kammermusikprogramm herausragende Stipendiaten aus Großbritannien und Deutschland, und die „Cena Ultima" wird mit einem gelungenen Mix aus Klasssik, Chanson, Rock und Folk , mit Kulinarik und einem Super-Feuerwerk am 16.Juni die Festspiele unterhaltsam und mit gewohntem Glanz abschließen.
Die Eintrittspreise für die Opern bewegen sich zwischen 15 und 140 Euro, für die Konzerte in Rokokotheater, Mozart- und Jagdsaal, im Speyerer Dom, Dreifaltigkeits-und Gedächtniskirche zwischen 12 und 56 Euro. Kartenbestellungen über Telefon 0 72 21 - 300 200 oder www.schwetzinger-swr-festspiele.de
In ganz Hessen hat in den vergangenen Tagen die winterliche Witterung nicht nur Kälte und Schnee gebracht, sondern auch ungewöhnlich hohe Feinstaubwerte.
mehr dazu