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Is des so? Ja, so isses!

Volkstheater Hessen spielt „Dodgeschosse" - Hier lebt die Mundart noch - Eine feste Bleibe fehlt           von Ingeborg Fischer und Karl-Heinz Stier

18.11.18 || altFRANKFURT (18. November 2018) - Wie der Vater so der Sohn? Sicher nicht so ganz - aber fast. Adolf Stoltze, unehelicher Sohn von Friedrich Stoltze, hat zweifelsohne das Talent des Vaters geerbt Zwischen 1890 und 1928 entstanden 19 Mundart-Theaterstücke aus seiner Feder. Und das Frankfurter Publikum feierte ihn. Was liegt da näher, seine Stücke auch heute noch aufzuführen. Das Volktheater Hessen tut das mit Erfolg.

altTitelbild der Komödie „Dodgeschosse" von Adolf Stoltze

Mit „Dodgeschosse" zielen die Akteure auf der Bühne gnadenlos auf die Lachmuskeln des Publikums. Der Plot ist denkbar einfach. Mädchen Hanna (Katharina Veciana) soll von Mutter und Stiefvater (Silvia Tietz und Jochen Nötzelmann) mit einem reichen Mann aus feiner Familie verheiratet werden. Hanna liebt aber Ludo, den Berliner Sohn eines Seifenhändlers (Johannes Schedl). Selbstverständlich kriegen sich die Zwei zum Schluss, obwohl der Stiefvater und Hobby-Jäger mit seiner Flinte auf den Liebsten von Hanna geschossen hat. Er hat ihn zum Glück nicht „dodgeschosse"! „Is des so? Ja, so isses!" stellen die Protagonisten immer wieder fest.

Das Ensemble, dem auch noch die zwei Waschmädel Lene und Trude (Myriam Tancredi und Sabine Roller) angehören, denn alles spielt sich in dem Einakter in einer Sachsenhäuser Bügelküche ab, war wie immer hoch motiviert, und gut zu Hause im Frankfurter Dialekt. Silvia Tietz und Jochen Nötzelmann sind ein sich „kibbelndes" Ehepaar, das die Zuschauer jubeln lässt. Nur Katharina Veciana als Hanna hat die Melodie des Frankfurt-Dialekts für unseren Geschmack nicht so ganz getroffen, weil sie die Endungen nach jedem Satz immer in die Höhe gezogen hat. So klingt „unsere" Sprache oft, aber nicht ständig und immer. Das tat der Aufführung aber keinen Abbruch und soll nur nebenbei erwähnt sein.

altDie Schauspieler v.l.n.r.: Mädchen Hanna (Katharina Veciana), die Waschmädels Lene und Trude (Myriam Tancredi und Sabine Roller), Stiefvater (Jochen Nötzelmann), Liebhaber Ludo (Johannes Schedl) und Mutter (Silvia Tietz). Foto: Stugrapho

Ansonsten ist es eine Freude, dem Tratsch der Waschmädel und dem Gebabbel auf der Bühne zuzuhören mit all den bekannten oder auch fast vergessenen Redewendungen und Kraftausdrücken auf Hessisch, wie zum Beispiel: „Nur net nachgewwe, unn wenn de Deiwel uff Stelze kimmt!" „Schlucke ses mit aam Wubbdisch enunner!" „Schlappgusch!" und auch: „Aus em böse Aasch kemmt kaan fröhliche Forz!"
Es lohnt sich immer wieder, die Aufführungen des Volkstheater Hessen zu besuchen und diese Theatergruppe zu unterstützen. Zu wünschen wäre, wenn sie eine feste Bleibe erhalten könnten. Auch über Termine im Cantate-Saal sollte nachgedacht werden.

Regie führt Steffen Wilhelm; Bühne: Philipp Fischer - Peter Teeuwen - Werner Weintzyk; Kostüme: Claudia Rohde

Zu sehen ist „Dodgeschosse" noch am Dienstag, 20. November 14 Uhr Saalbau Südbahnhof, Hedderichstraße 51, 60594 Frankfurt am Main und am Montag, 3, Dezember 14 Uhr ebenfalls im Saalbau Südbahnhof. Kartentelefon und Infos 069/212 34085 und 212 49944