Banner
 

RheinMainTaunus

OnlineMagazin

Kunst & KulturAusstellungen › Nach Jil Sander kommen Fotokunst zu „Extreme. Bodies“, Lore Kramers Keramiken, Raubkunst, Silberkannen und Jade und weiteres

Nach Jil Sander kommen Fotokunst zu „Extreme. Bodies“, Lore Kramers Keramiken, Raubkunst, Silberkannen und Jade und weiteres

Zahlen sprechen für sich - Museum für angewandte Kunst auf der Weltbühne mit außergewöhnlichen Ausstellungen von Ralph Delhees und Karl-Heinz Stier

04.02.18 || altFRANKFURT (03. Februar 2018) - Das Museum für angewandte Kunst will in diesem Jahr mit seinem neuen Ausstellungsprogramm an das erfolgreiche Programm von 2017 anknüpfen, das, so Direktor Matthias Wagner K, in seine Museumsgeschichte einging. Acht neue Ausstellungen stehen diesmal auf der Agenda, die er zusammen mit Dorothee Maas, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in den Räumlichkeiten im Schaumainkai 17 präsentierte.

altMuseumsdirektor Matthias Wagner K und  Dorothee Maas bei der Vorstellung der Zahlen, Fakten für 2017 und des Ausstellungsprogramms für 2018

Nach fünf Jahren seit der Neueröffnung, 2013, des Museum für angewandte Kunst hat Direktor Matthias Wagner K mit seinem kleinen festangestellten Museumsteam, dass in allen Bereichen 30 sehr engagierte Mitarbeiter und frei berufliche Kräfte umfasst, das Haus mit viel Engagement und Ideenreichtum zu dem gemacht was es heute ist. Weltruf hat das Museum an der Frankfurter Museumsmeile in den letzten Jahren erlangt und dies nicht nur u.a. durch die Ausstellungen "Jil Sander" in 2017/2018, "Picknick Zeit" (2017), "Yokohama 1868-1912. Als die Bilder leuchten lernten" (2017), " Thinking Tools. Design als Prozess: Wie Schreibgeräte entstehen" 2016/2017), "ZeitRaum. Nach „Here" von Richard McGuire" (2016)".

Besucher-Rekord in 2017


Direktor Matthias Wagner K hat dieser Tage bei der Vorstellung des Ausstellungsprogramms 2018 die Zahlen und Fakten des Jahres 2017 vorgetragen und einen statistischen Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre gegeben. Die Besucherzahlen konnte letztes Jahr, wozu die Jil Sander-Ausstellung sehr beigetragen hat, erheblich gesteigert werden, so kamen 131.381 Besucher (2016: 130.100). Ihr Durchschnittsalter ist auf 38 Jahre gesunken im Vergleich zu 2013, wo das Alter noch bei 56 Jahren lag. Wagner K erinnerte daran, dass in den Jahren 2008 bis 2012 durchschnittlich 54.000 Besucher pro Jahr das Haus kamen. Die Besucherzahlen von Kindern und Jugendlichen haben sich mehr als verdoppelt, von 2.269 in 2016 auf 5.471 in 2017, ohne Workshops und pädagogische Angebote mitgezählt. Erfreulich zeigte sich Direktor Wagner K als er über die Einnahmen sprach, die sich durch verkaufte Tickets um etwa 34 Prozent in 2017 erhöht haben, obwohl Jugendliche freien Eintritt haben.

Noch bis 6. Mai ist die die Exposition „Präsens von Jil Sander" zu sehen. Unser Bild zeigt: Jil Sander u Matthias Wagner K bei der Ausstellungseröffnung im November 2017. Fotos (2): Ralph Delhees

Im vergangenen Jahr präsentierte das Museum acht neue Ausstellungen, 43 sind es seit der Neueröffnung. Darüber hinaus gab es seit 2013 700 Begleitveranstaltungen - ohne Führungen - hierzu zählen unter anderem die Braun-Design-, aber auch die Ausstellung der Frankfurter Küche. Seit 2013 wurden Insgesamt 7.823 Sammlungsobjekte wurden seit 2013 ausgestellt. Die Dauerausstellungen vor der Neueröffnung zeigten 1.275 Objekte.

„RAY Fotografieobjekte Frankfurt/Rhein-Main: Extreme. Bodies".


Zunächst wird die Exposition „Präsens von Jil Sander" bis zum 6. Mai fortgeführt. Seit der Eröffnung im Dezember zieht die Ausstellung, die viel Raum im Museum in Anspruch nimmt, immer wieder neues Publikum an. Jil Sander ist eine der einflussreichsten Modedesignerinnen ihrer Generation. Ihre Bedeutung beruht nicht zuletzt auf einer außerordentlichen Sensibilität, mit der sie Zeitströmungen und Veränderungen in der Gesellschaft erspürt, sie zu deuten und in eine neue Form zu bringen weiß. Wie sich Material und Form von Mode- und Produktdesign auf Modefotografie, Architektur und Gartenkunst auswirkt, das zeigt ihre Gestaltungsfähigkeit. Es ist eine Erzählung im Präsens - daher auch der Titel - , in einer Zeitform also, mit der ein Geschehen als gegenwärtig charakterisiert wird.

Lore Kramers Keramikprodukte:Service 3 in 1 Wächtersbacerh Keramik glasiertes Steingutentwurf 1970.  Foto: Archiv Kramer

Die erste neue Ausstellung (vom 24. Mai bis 9.September) trägt den Titel „RAY Fotografieobjekte Frankfurt/Rhein-Main: Extreme. Bodies". Sie zeigt zeitgenössische Fotografien und verwandter Medien an über zehn Standorten in Frankfurt und der Region. Was gilt angesichts der digitalen Flut ungefilterter, unzensierter Bilder überhaupt noch als extrem? - so die Fragestellung der Künstler. Es ist das Extreme, das die Begehrlichkeit weckt, es ins Bild zu bannen und für die Nachwelt sichtbar zu machen, der Ausdruck einer Faszination für das Außergewöhnliche.

Vom 31.Mai bis 26. August werden Lore Kramers Keramiken, ihre Schalen, Vasen, Teller, Dosen und Tassen gezeigt. Sie dienen dem praktischen Gebrauch. Die künstlerischen Arbeiten der heute 92jährigen Dame reichen weit über die Bedeutung Frankfurts und Umgebung hinaus. Diese umfangreiche Ausstellung zeigt Lore Krämers Zeichentalent und wie sie sich ihrer Tätigkeit an der Werkkunstschule Offenbach (heute Hochschule für Gestaltung) intensiv widmete. Sie war später Professorin im Fachbereich Produktgestaltung mit Schwerpunkt Designgeschichte.

Der Raubkunst der Nationalsozialisten wird nachgegangen


„Geraubt, gesammelt, getäuscht. Die Sammlung Pinkus/Ehrlich" (vom 7.Juni bis 14. Oktober) geht der Raubkunst der Nationalsozialisten nach. NS-Funktionäre beschlagnahmten die kostbaren Silberkannen, -schalen und -bestecke des jüdischen Sammlers Joseph Pinkus bzw. seiner Erbin und Tochter Hedwig Ehrlich. Laut Inventarbuch verbrannten die Artefakte. 2017 konnten jedoch diese Silberobjekte aus dem 17. Und 18. Jahrhundert im Museumsbestand identifiziert werden. Bewusst hatte das Museum nach dem Zweiten Weltkrieg die Herkunft der Stücke verschleiert. Die Schau thematisiert den NS-verfolgungsbedingten Verlust, die Umstände ihrer Erwerbung durch das Museum und den Verbleib der Objekte bis heute.

altSilbergegenstände von Pinkus/Ehrlich: Doppelbecher mit Kugelfüßen - Augsburg Deutschland um 165. Foto: Anja Jahn/Museum für angewandte Kunst

„Die Farbe von Jade und ihre Bedeutung für die Ewigkeit" ist Gegenstand einer weiteren Ausstellung ab 14.Juni. Jade ist in China seit jeher kostbarer als Silber und Gold. Mit seinem grau-grünen Glanz gilt der Edelstein in der chinesischen Kultur als Symbol für ein langes Leben und Unsterblichkeit. Daraus erklärt sich die Beliebtheit jadefarbener Keramikglasuren in China seit dem ersten Jahrtausend v. Chr. Eine Auswahl solcher Produkte zeigt das Veranstaltungsforum meet asian art - und die Kunstfertigkeit , wie Menschen in der Lage sind, mit eigenen Händen solche Kunstkeramiken zu schaffen.

altEin Paar Henkelvasen aus Jade, Schenkung von W. Nolting 1996. Foto: Uwe Dettmar/Museum für angewandte Kunst

Weitere Ausstellungen in diesem Jahr


„Michael Riedel. Grafik als Ereignis" (9.Juni bis 14. Oktober), „Lara protects me. Eine georgische Erzählung" (22.September bis 20. Januar 2019), „Breaking the Code" (29. September bis 10. März 2019), „Geburtstort Yokohama. Der Unternehmer Werner Reimers und seine Asiatica-Sammlung" (25. Oktober bis 24. Februar 2019). Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Dauerausstellungen.

Vom Rückblick zum Ausblick auf 2019


Geplant sind für das kommende Jahr als einer der Ausstellungshöhepunkte „Moderne am Main im Bauhaus-Jahr", sowie „Stefans Sagments Beauty Show"; „Muslims Frauen Fashion now". Für den Herbst 2019 hat die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Museumsdirektor Wagner K schon ihre Zusage gegeben die Ausstellung „Home of Norway" als in zu übernehmen und nach derzeitigem Stand zu eröffnen. Norwegen ist im kommenden Jahr Partner der Frankfurter Buchmesse 2019.

Neben den Führungen finden auch Themengespräche zu Ausstellungen statt, wie das Pragrammchart zeigt. Foto: Ralph Delhees

Stiftung sammelte über 450.000 Euro und Zuwachs an Stiftern, Förderern und Sponsoren


Die Stiftung Museum Angewandte Kunst sammelte 2017 mehr als 450.000 Euro, die 1:1 an das Museum übergeben wurden. Für den Ankauf der Ausstellung Yokohama 1868 -1912. Als die Bilder leuchten lernten sammelte der Kunstgewerbeverein Frankfurt 24.600 Euro. Dabei stiftete die Ernst Max von Grunelius-Stiftung den Hauptanteil. Jeweils 24.000 Euro steuerten die Hessische Kulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder für den Ankauf der mit 72.600 Euro dotierten Gesamtsumme bei.

Größte Förderer und Stifter im Jahr 2017 waren die Dr. Marschner Stiftung, die Ernst Max von Grunelius-Stiftung, das Bankhaus Metzler Seel. Sohn & Co., die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, EY, Beiten Burkhardt Rechtsanwaltsgesellschaft mbH , Caparol Icons, ABN AMRO Bank, Rat für Formgebung, Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Georg Linde von Willkie Farr & Gallagher LLP und zahlreiche andere.