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Kunst & KulturAusstellungen › Frankfurter Kindermuseum wird Junges Museum

Frankfurter Kindermuseum wird Junges Museum

Bis Sonntag letzte Gelegenheit das Kindermuseum an der Hauptwache zu besuchen - Umzug und Neueröffnung im Februar            von Ralph Delhees und Karl-Heinz Stier

05.01.18 || altaltFRANKFURT (05. Januar 2018) - Das Kindermuseum an der Hauptwache schließt nach fast zehn Jahren am Sonntag, 7. Januar, seine Türen. Ab Montag werden dann die Kisten gepackt, verladen und zum Historischen Museum gebracht, wo das Kindermuseum als „als Junges Museum Frankfurt" am 17. Februar eröffnet wird. Doch bevor das Kindermuseum an der Hauptwache schließt besteht noch bis Sonntag, 7. Januar, die Möglichkeit die aktuelle Ausstellung „Kinder haben Rechte!" zu besuchen. Die interaktive Ausstellung vermittelt die 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossenen 54 Artikel der Kinderrechte auf spielerische Art. Die als Stationenspiel aufgebaute Ausstellung umfasst die Leitthemen „Gleichheit", „Freie Meinungsäußerung und Information", „Schutz im Krieg und auf der Flucht", „Bildung und Kultur", „Schutz der Privatsphäre" und „Gutes Leben".

altaltAusstellung 'Kinder haben Rechte' im Kindermuseum an der Hauptwache. Kinder gestalten  an einer Wand ihre Vorstellungen zu Kinderrechten (linkes Bild) und eine Kinder-Demonstration vor dem  Kindermuseum anläßlich der Ausstellung 'Kinder haben Rechte' im Kindermuseum. Fotos (2): Kindermuseum Frankfurt

Noch wird in den Räumen im Bernusbau des Historischen Museums gebohrt, gehämmert, geschraubt, werden Leitungen verlegt und Holzwände zurecht gerückt - schließlich drängt die Zeit, in der das Kindermuseum, das fortan „Junges Museum" heißen soll, bald feste Konturen erhalten soll. Schließlich ist der Einweihungstermin für den 17. Februar terminiert. Für die Museumsleitung bereits jetzt Anlass, bei einer Besichtigung der Baustellen einen groben Überblick mit vorgesehenen Schwerpunkten für das neue Museum zu geben.

Gerchow: „Kinder wollen in der Regel keine Kinder sein"


Museumsleiter Jan Gerchow, der im vergangenen Jahr die Einweihung des neuen Historischen Museums hinter sich gebracht hat, wies darauf hin, dass das Kindermuseum im November 2017 45 Jahre alt wurde und nach zehn jährigem Asyldasein in der Hauptwache bis zum 7.Januar („es fällt uns nicht leicht, von dort wegzugehen") dann wieder in seine alte Ausstellungsstätte zurückgeholt wird. Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres wird die 600 Quadratmeter große Nutzfläche im dritten Stock des Bernusbaues grundlegend erneuert. Dass sie dann einen neuen Namen erhält und Junges Museum heißt - „Kinder wollen in der Regel keine Kinder sein" - begründet Jan Gerchow damit, die Hauptzielgruppe der 8 bis 13 jährigen Kinder stärker anzusprechen. Für Kinder unter fünf Jahren wird es künftig keine Ausstellflächen mehr geben.

altHier entsteht in den Räumlichkeiten das Maleratelier und die Urgroßelternküche. Foto: Ralph Delhees

Suanne Gesser, Leiterin des 1972 gegründeten Kindermuseums, das als älteste Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik gilt, gab bei einem Rundgang durch die noch unfertigen Räume die Pläne für das mehrgeschossige „Junges Museum" bekannt.

Auf drei Ebenen des Bernusbaus laden historische Spielorte, Kreativ-Werkstätten und die Eröffnungsausstellung „WOW! - Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum" dazu ein, Angebote speziell für Kinder und Jugendliche zu erleben. Unter diesem Titel wird ein Rückblick auf die beliebtesten Stationen der vergangenen Ausstellungen seit der Gründung eines Museums speziell für Kinder im Historischen Museum vor 45 Jahren gegeben. Die Ausstellung gibt auch einen Ausblick auf die Zukunft als Junges Museum.

altBeispiel für die Kreativen Werkstätten, die Urgroßelternküche. Foto: Historisches Museum Frankfurt

„Junges Museum" auf drei Ebenen


In der Ebene 3 sind sieben kreative Werkstätten vorgesehen - von der historischen Drogerie, einer Schenkung der Firma Wella, über eine Urgroßmütterküche, einem Maleratelier bis zu einem Raum, in dem Kindergeburtstage gefeiert werden können. Sinn dieser Werkstätten ist es, Besuchern des Museums, besonders von Familien, an Wochenenden Leben und Alltag um 1900 gemeinsam erfahrbar zu machen.

altSusanne Gesser , die Leiterin des neuen Jungen Museums, bei der Vorstellung der Pläne inmitten der  Baustelle im Berusbau. Foto: Ralph Delhees

In der Ebene 2 sind Wechselausstellungen geplant, wie zu Beginn „Das Beste aus 45 Jahren Kindermuseum". Dabei haben Besucher die Möglichkeit, auch ihre eigenen Fähigkeiten auszuloten. In einem historischen Schulzimmer kann man in alten Schulbänken sitzen und Schule um 1900 spielen, ein anderes Zimmer lädt ein, mit historischen Spielen zu spielen oder selbst Spielzeuge zu gestalten. Im Schattentheater wird mit eigenen und fremden Schatten gespielt. Im Oktober will die Museumsleitung die Ausstellung „Dagegen" zeigen, die sich mit Protesten, Demonstrationen und Revolutionen befasst.

In der Ebene 1 („Im Gewölbe") gibt es eine Druckwerkstatt, in dem man das traditionsreiche Handwerk selbst ausprobieren kann, eine Papierwerkstatt, die die Papierentstehung erklärt und ein Forscherlabor, das sich mit Entdeckungen und Experimenten von Frankfurter Persönlichkeiten befasst. Kurz zusammengefasst: in den drei Etagen will das Museum Kindern und Jugendlichen Wissen spielerisch und kreativ vermitteln.

alt Bitte um Mithilfe:                   Kindheitserinnerungen und Bilder für die Chronik des Kindermuseums gesucht


Der Eintritt ist bis zum Alter von 18 Jahren frei, Eltern, die mitwirken wollen, müssen allerdings ihren Obolus bezahlen. Was die Besucherzahlen angeht, so hofft Direktor Gerchow das Jahresergebnis des noch bis Sonntag existierenden Kindermuseums an der Hauptwache zu erreichen. Sie liegen im Jahr bei 350.000. „Das sind doppelt so viel wie im alten Kindermuseum". Der Direktor lädt alle Besucherinnen und Besucher außerdem ein, ihre Erinnerungen an den eigenen Besuch als Kind im Kindermuseum als Foto und Text zur neu zu schaffenden Chronik einzufügen.

Hier geht es ab 17. Februar im Historischen Museumlang, um zum Jungen Museum zu gelangen. Foto: Ralph Delhees